Türkische Armee bezog Stellungen in Idlib

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Gegen 22:15 Uhr Ortszeit letzte Nacht passierte ein türkischer Armeekonvoi mit mehr als 100 Soldaten, inklusive Spezialeinheiten, zusammen mit mindestens dreißig gepanzerten Fahrzeugen die syrische Grenze zur Provinz Idlib. So sollten Zusammenstösse zwischen den syrischen Regierungskräften und der Opposition vermieden werden. Die Türkei will dort eine "Deeskalationszone" einrichten und eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen durchsetzen.

Ankaras militärischer Vorstoß richtet sich allerdings womöglich auch gegen die von den USA unterstützten kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Am Wochenende kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Offensive in Idlib gegen Extremisten an. Diese sind mit der in der Türkei als "Terrororganisation" verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbündet. Er drohte zudem, dass die Armee nach Idlib das nördlich angrenzende Afrin-Gebiet ins Visier nehmen könnte.

Ein Konvoi der türkischen Armee ist nach Angaben von Aktivisten in die nordsyrische Provinz Idlib vorgedrungen. Einem FSA-Anhänger zufolge wird der Konvoi von Kämpfern der HTS eskortiert. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden. Auch Sondereinsatzkräfte seien dabei gewesen.

Zwar wurde nicht bekanntgegeben, wohin die türkischen Truppen unterwegs sind, doch zumindest laut "Al Jazeera" sollen sie sich in Richtung des westlichen Teils der Provinz Aleppo aufmachen. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte zuvor allerdings berichtet, dass mehrere gepanzerte Truppentransporter, Krankenwagen und Container an die Grenze zu Syrien gefahren worden seien.

Idlib ist die letzte Hochburg der größtenteils islamistischen Rebellen in Nordsyrien. Das Bündnis wird von dem früheren Al-Kaida-Ableger Fateh al-Scham dominiert, der zuvor Al-Nusra-Front hieß.

Die Türkei hat die Einrichtung der sogenannten Deeskalationszonen mit Russland und dem Iran bei den Syrien-Friedensgesprächen in Astana ausgehandelt.

Die Türkei unterstützt in dem seit Frühjahr 2011 andauernden Konflikt die bewaffneten Assad-Gegner. Vom Ziel, den von Moskau und Teheran unterstützten syrischen Staatschef zu stürzen, nahm sie zuletzt Abstand.

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