Risiko für Entbindungen per Kaiserschnitt ist vererbbar

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Wien. Frauen, die wegen eines Schädel-Becken-Missverhältnisses ihrer Mutter per Kaiserschnitt zur Welt kamen, entwickeln selbst mehr als doppelt so häufig ein Missverhältnis bei der Geburt eigener Kinder als jene Frauen, die natürlich geboren wurden. Des Weiteren konnten Mitteröcker und sein Team durch ihr Modell zeigen, dass die regelmäßige Anwendung von lebensrettenden Kaiserschnitten in den letzten 50 bis 60 Jahren bereits eine evolutionäre Veränderung anatomischer Dimensionen bewirkt hat. Zu diesem Schluss kommen Evolutionsbiologen der Universität Wien.

Warum hat die Evolution nicht zu einem größeren Geburtskanal und damit zu sichereren Geburten geführt? Der medizinische Fortschritt ermöglicht es auch Frauen mit einem sehr schmalen Becken, Kinder zu bekommen. Andererseits erhöhen sich die Überlebenschancen eines Babys, je größer es bei der Geburt ist. Viele Experten halten das in erster Linie für ein "soziales" Phänomen, denn die Rate tatsächlicher Geburtsprobleme - der Kopf des Kindes passt nicht durch den Geburtskanal - ist sehr viel geringer. Aufgrund dieses ungewöhnlichen Selektionsprozesses wurde die Rate an Geburtsproblemen durch natürliche Selektion nicht verringert. Dadurch wurden körperliche Eigenheiten wie ein zu schmales Becken nicht an die nächste Generation weitergegeben.

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