Multiresistenter Keim breitet sich in Deutschland aus

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Wenn das Problem nicht bald unter Kontrolle gebracht wird, droht laut Forschern ein Schreckensszenario. Allein in Europa infizieren sich jedes Jahr mehr als 2,5 Millionen Patienten mit solchen multiresistenten "Superkeimen", darunter dem Krankenhauskeim MRSA oder den sogenannten ESBL-Bakterien, die sich mit dem Enzym Beta-Laktamase gegen die Antibiotika schützen.

Neue Gefahr: In Deutschland breitet sich ein multiresistenter Stamm des Darmkeims Escherichia coli aus.

Viele Bakterien sind mittlerweile unempfindlich gegenüber gängigen Antibiotika geworden.

Diese Funde belegen, dass sich dieser Bakterienstamm in Deutschland rapide ausbreitet.

Antibiotika-resistente Bakterien führen besonders in Krankenhäusern zu schwer behandelbaren Infektionen.

Der Stamm hat ein bestimmtes Enzym als Abwehrmechanismus entwickelt, das Antibiotika unwirksam macht.

Einige Stämme können Infektionen auslösen, wenn sie in den übrigen Körper gelangen. Trinad Chakraborty, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen und Koordinator am DZIF-Standort Gießen-Marburg-Langen.

Die Gießener Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie insgesamt fast 1.000 Isolate von ESBL-produzierenden Bakterien aus Mensch, Tier, Umwelt und Lebensmitteln.

Dabei identifizierten sie gezielt die Gene für die Beta-Laktamasen und suchten nach einer Untergruppe, die in anderen Ländern bereits auf dem Vormarsch ist.

Es handelt sich hierbei um einen multiresistenten E. coli-Stamm vom Sequenztyp 131 (ST131), der weltweit für Millionen von Infektionen verantwortlich ist, vor allem Blutstrominfektionen und Blasenentzündungen, und der ein relativ seltenes ESBL-Gen trägt, nämlich blaCTX-M-27.

In sieben Jahren von 0 auf 45 Prozent Das Ergebnis: Während diese Erreger im Jahr 2009 noch in keiner deutschen Probe gefunden wurden, hat sich dies bis 2016 deutlich geändert: In 45 Prozent menschlicher Stuhlproben haben die Wissenschaftler inzwischen den multiresistenten E- coli-Stamm nachgewiesen.

Hier sind weitere Studien notwendig, um die Ursachen und die klinische Bedeutung dieses Shifts zu untersuchen.

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