Banken verdienen an Internet-Casinos

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Es handelt sich offenbar um Steuerbetrug in Millionenhöhe mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems: Zahlreiche deutsche Banken und Zahlungsdienstleister sollen Zahlungen für illegale Internet-Casinos abwickeln - vorbei an deutschen Gesetzen. Das ergab eine Recherche von NDR und "Süddeutscher Zeitung" im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der sogenannten "Paradise Papers". Andere wie die Wirecard Bank führen demnach Konten für Offshore-Glücksspielanbieter, über die Auszahlungen an Spieler abgewickelt würden.

In Deutschland sind weitgehend die Länder für die Regulierung von Lotterien, Sportwetten oder Kasinospielen zuständig. Das Ministerium in Hannover sei bundesweit für die Aufsicht über derartige Zahlungsströme zuständig. Für die meisten Glücksspiele gilt nach wie vor ein staatliches Monopol.

Die Hypovereinsbank teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, "alle geltenden rechtlichen und regulatorischen Vorgaben" zu befolgen, dies umfasse auch "geldwäscherechtliche Verpflichtungen".

Während die DZ-Bank zu den Vorwürfen erklärte, man wolle den Sachverhalt klären, gaben die anderen betroffenen Banken an, sich zu konkreten Kundenbeziehungen nicht zu äußern, man wolle sich aber stets an deutsches Recht halten. Lediglich privaten Sportwettenanbietern wurde der Markt geöffnet.

"Es kann und darf nicht sein, dass Reiche und Großkonzerne mittels spezialisierter Anwälte jede noch so kleine Lücke nutzen, um ihr Geld am Fiskus vorbei zu schummeln, während die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihrem Steueraufkommen insgesamt immer mehr zum Gemeinwesen eines Staates beitragen.", sagte Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds der Leipziger Volkszeitung. "Reiche Menschen und große Unternehmen können, nicht zuletzt mit finanziellen Zuwendungen für Parteien, Gesetzgebungsprozesse so beeinflussen, dass sich neue Schlupflöcher auftun, wenn alte geschlossen werden".

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