Jeder fünfte Pkw fällt durch

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Vergangenes Jahr stieg das durchschnittliche Alter auf ein Rekordhoch von 9,3 Jahren, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilt. Leuchten, Bremsen, Öllecks und Achsfedern sind Hauptursachen.

Über alle Altersklasse hinweg wies rund jeder fünfte HU-Kandidat bei einer TÜV-Untersuchung erhebliche Mängel auf.

Der TÜV-Report hat den Anspruch, Stärken und Schwächen der 225 gängigsten Pkw-Modelle auf deutschen Straßen darzustellen. Diesmal sind dafür mehr als zehn Millionen Hauptuntersuchungen aus der Zeit von Juli 2016 bis Juni 2017 eingeflossen.

Auffällig ist auch das vergleichsweise gute Abschneiden von Autos deutscher Hersteller. "Die Hersteller Mercedes und Porsche bleiben auch 2018 das Maß aller Dinge beim TÜV-Report", erklärte VdTÜV-Geschäftsführer Joachim Bühler.

Ob defekte Beleuchtung, mangelhafte Bremsen oder schadhafte Auspuffanlagen - an jedem dritten Fahrzeug auf Deutschlands Straßen haben Prüfer des TÜV Mängel festgestellt. Bei den Kleinstwagen schnitt der Opel Adam am besten ab, bei den Kleinwagen der Mazda 2, in der Kompaktklasse die Mercedes A-Klasse, in der Mittelklasse der Volvo V40, bei den Vans der Golf Sportsvan und bei den SUV der Mercedes GLK. Auch die ersten Plätze der älteren Fahrzeuge gingen an einen Schwaben: Der Porsche 911 gewann jeweils in den Altersgruppen zwischen sieben und elf Jahren. Schlechter schnitten in dieser Altersklasse nur der Fiat Punto mit 12,3 Prozent und der Kia Sportage mit 12,6 Prozent ab. Bei den Fünfjährigen ist es der Peugeot 206, bei den Siebenjährigen der Chevrolet Aveo. Er ist der Verlierer bei den neun Jahre alten Autos. Bei den Elfjährigen stehen mit Ka und Galaxy gleich zwei Ford-Baureihen am Ende des Rankings.

Dass es sich dabei keineswegs um Lapalien handelt, mahnt Bühler: "Keinen dieser Mängel sollte man auf die leichte Schulter nehmen". Bei mehr als 60 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Fällt bei den fünf Jahre alten PKW noch jeder zehnte durch den Tüv, ist es bei den Neunjährigen jeder fünfte, bei den Elfjährigen gut jeder vierte. Sind es "geringe Mängel", gibt es die Plakette, der Mangel muss aber behoben werden.

Die Mängel an Autos werden immer weniger. Denn ab nächstem Jahr gilt: Diese Diesel-Fahrzeuge bekommen nur eine TÜV-Plakette, wenn sie das Update auch wirklich gemacht haben. Gegenüber dem TÜV-Report 2017 ist das ein leichter Anstieg um 0,2 Prozent. Letzteres kam in den letzten Monaten allerdings nur bei einer von Tausend Hauptuntersuchungen vor. Sie fürchten einen Nachteil für ihren Motor oder höhere Spritkosten. In den Augen der TÜV-Sachverständigen ist dies der Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung, die in der Regel alle zwei Jahre fällig ist und Fahrzeuge mit Mängeln in die Reparaturbetriebe schickt.

Bislang fehlen im Tüv-Report nahezu völlig Autos, die mit alternativen Antrieben unterwegs sind.

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