Adidas mit Gewinnsprung im dritten Quartal

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Bei einem Anstieg der Erlöse um neun Prozent auf 5,68 Milliarden Euro schnellte der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen um 35 Prozent auf 549 Millionen Euro nach oben, wie das Unternehmen heute, Donnerstag, mitteilte. JPMorgan-Analystin Chiara Battistini zufolge muss Adidas im vierten Quartal nun mindestens 20 Prozent mehr Umsatz machen als im Vorjahr, um seine ehrgeizigen 2017-Ziele zu schaffen. Seitdem hat das Papier rund zehn Prozent verloren. Trotz der jüngsten Verluste stieg der Börsenwert des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers in diesem Jahr um rund ein Fünftel - seit Anfang 2015 zog der Kurs um mehr als 200 Prozent an. Während der US-Branchenprimus beim Umsatz auf dem Heimatmarkt zuletzt auf der Stelle trat und Under Armour sogar Einbußen hinnehmen musste, legte Adidas in Nordamerika im dritten Quartal zweistellig zu. Beim Gewinn machte der Konzern allerdings einen großen Satz nach vorn. "Adidas holt in den USA wieder auf und kann im Gegensatz zu Nike und Under Armour ein starkes Wachstum aufweisen", lobten die Analysten von NFS Capital. Das lag am Auslaufen zweier wichtiger Sponsorenverträge. Beide Ex-Partner werden nun von Nike ausgerüstet.

Nachgelassen hat auch die Dynamik der Fitnessmarke Reebok, der Rorsted kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr gleich einen Umbau verpasst hatte. "Ich erwarte, dass Reebok im kommenden Jahr auf dem US-Markt wieder wachsen wird". An Popularität soll die seit Jahren schwächelnde Marke durch die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit der Kult-Designerin Victoria Beckham erhalten.

Starke Zuwächse verbuchte Adidas mit Artikeln zum Thema Laufen und Outdoor. Adidas profitiert wie die gesamte Branche von einem größeren Gesundheitsbewusstsein bei den Verbrauchern. Hinzu kommt der Trend, dass Sportmode zunehmend im Alltag getragen wird. Adidas will den Online-Umsatz bis 2020 auf 4 Milliarden Euro steigern, von 1 Milliarde 2016. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll um 26 bis 28 Prozent auf 1,36 Milliarden bis 1,39 Milliarden Euro zunehmen. Dabei hilft, dass der Konzern seine Kosten im Griff hat und viele Produkte verkauft, die eine hohe Marge bringen.

Herzogenaurach.Unter dem Strich verdiente Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Demnach peilt er währungsbereinigt ein Umsatzplus im fortgeführten Geschäft von 17 bis 19 Prozent an. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern. Beim Betriebsergebnis hat sich der Konzern eine Steigerung von 24 bis 26 Prozent vorgenommen.

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