Opel-Chef stellt Sanierungsplan vor

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Ende 2018 laufen die Verträge aus, mit denen die rund 19.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind. Am Donnerstag wird nun das Sanierungsprogramm PACE! vorgestellt, mit dem die Konzernführung Opel/Vauxhall spätestens 2020 wieder profitabel machen will. Alle Werke in Europa sollen behalten, betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Das Unternehmen will die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und beispielsweise die Kosten pro Fahrzeug bis ins Jahr 2020 um 700 Euro senken. Die Lohnkosten müssten dennoch sinken, zum Beispiel über Altersteilzeit oder Abfindungsprogramme.

Der Chef des Rüsselsheimer Herstellers Michael Lohscheller kündigte im Beisein von PSA-Vorstand Carlos Tavars an, dass Opel bei CO2-Emissionen europaweit eine Führungsrolle einnehmen will. "Die Situation ist dramatisch, das sollten wir ohne Umschweife auch sagen". "Wir dürfen gar keine Zeit verlieren, wir müssen vorankommen - sofort". Befürchtungen, Eisenach und Rüsselsheim bekämen nicht versprochene neue Modelle, bestätigten sich nicht: Eisenach bekommt einen SUV, und Rüsselsheim ein weiteres Fahrzeug zur Fertigung, allerdings nicht auf der bisherigen GM-Architektur, sondern auf einer PSA-Plattform "Pace wird unser ganzes Potenzial freisetzen!" 2019 soll in Thüringen die Produktion eines neues SUVs starten. Bis 2024 ist dazu eine Elektrifizierung aller europäischen Pkw-Baureihen vorgesehen - entweder mit reinem Batterieantrieb oder als teilelektrische Plug-in-Hybride. Der neue Opel-Chef bekräftigte zudem die Renditeziele, die ihm Peugeot vorgegeben hatte. Bis dahin soll ein operativer Gewinn in Höhe von 2 Prozent des Umsatzes erreicht werden. Lohscheller rechnet durch den gemeinsamen Konzern mit jährlichen Kostenvorteilen von 1,1 Milliarden Euro bis 2020 und 1,7 Milliarden bis 2026. "Davon profitieren das Unternehmen und natürlich auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagt Lohscheller. "Bei unserer Suche nach Kostenreduzierungen drehen wir jeden Stein um".

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