Boateng: "Es war eine finstere Zeit"

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Das Pikante: Der Italiener hatte gleich vier Bayern-Stars auf die Bank gesetzt.

Wer die vergangenen eineinhalb Jahre in der Karriere von Jérôme Boateng, 29, betrachtet, stellt fest, dass Verletzungen eine Art Leitthema waren: zwei Muskelbündelrisse, eine schwere Sehnenverletzung an der Schulter, später Oberschenkel- und Adduktorenprobleme.

Aus Boatengs Generation, die 2010 erstmals ein WM-Turnier in Südafrika spielte und 2014 Weltmeister wurde, fehlen beim Länderspiel-Klassiker am heutigen Freitag in London (21 Uhr live im ZDF) auch dessen Münchner Teamkollegen Manuel Neuer wegen seines Fußbruchs und Thomas Müller wegen einer Muskelverletzung. Wir saßen im Besprechungsraum und fünf von uns wurde dann anderthalb Stunden vor dem Spiel gesagt, dass wir nicht spielen, plötzlich und ohne Erklärung. "Die betreffenden Spieler waren geschockt".

Die immer wieder aufkommenden Vorwürfe, dass das Training unter Ancelotti nicht anspruchsvoll genug gewesen sei, bestätigt Boateng indirekt: "Es wurde schon anders trainiert, als wir das vorher kannten". Er selbst sei es nicht gewesen.

Darüber hinaus berichtet der zuletzt von Verletzungen geplagte Boateng über seine lange Leidenszeit. "Das war schon eine finstere Zeit, zumal ich viele Jahre fast nichts hatte, und dann kam alles plötzlich mit Vollgas". Vor allem die Rückkehr in diesem Frühjahr nach der Schulterverletzung sei schwer gewesen: "Das war nicht derselbe Boateng".

Besonders die Verbannung auf die Tribüne beim Champions-League-Spiel gegen Paris Saint Germain haben Spuren bei Boateng hinterlassen. "Ich hatte das Gefühl, als hätte ich einen anderen Körper".

Er habe in dieser Zeit gelernt, "dass man gewisse Sachen künftig nicht mehr machen sollte".

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