Macron setzt sich in Saudi-Arabien für Frieden in Golf-Region ein

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Auf der einen Seite baut er die Wirtschaft um, um das Land unabhängiger von Öl zu machen, auf der anderen Seite festigt er seine Macht mit fragwürdigen Mitteln und fordert den Erzrivalen Iran heraus. Diese habe der Hizbollah und damit Iran einen unverantwortlich großen Einfluss gewährt, weswegen der Premierminister Hariri in Saudi-Arabien um Hilfe gebeten habe und zurückgetreten sei.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich bei seinem Besuch in Saudi-Arabien angesichts der angespannten Lage in der Golf-Region für eine friedliche Lösung eingesetzt. Er habe "großes Vertrauen" in König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er hält schon längst die Fäden des Königreichs in der Hand: Nicht etwa König Salman, sondern sein ehrgeiziger Sohn gilt als stärkster Mann im Land.

In den Tagen zuvor habe er bereits Kontakt zu diplomatischen Vertretern der Europäischen Union, Grossbritanniens und der USA aufgenommen. "Wir werden mit anderen Staaten zusammenarbeiten, um ihn nach Beirut zurückzuholen", sagte die Person, die anonym bleiben wollte. Sein Vater, ebenfalls libanesischer Regierungschef, starb 2005 bei einem Sprengstoffanschlag.

Mit dem überraschend erklärten Rücktritt löste Hariri eine Regierungskrise in seinem Land aus.

Bei der Verhaftungswelle in Saudi-Arabien sind nach offiziellen Angaben mehr als 200 Menschen festgesetzt worden. US-Präsident Donald Trump stellte sich derweil demonstrativ hinter das harte Vorgehen des Thronfolgers gegen potenzielle Rivalen im Inland.

Saudi-Arabien und Hariris Partei dementierten Berichte, er werde festgehalten. Saudi-Arabien, das sich als Schutzmacht der Sunniten begreift, und der schiitische Iran sind seit langem verfeindet und ringen um die Vorherrschaft in der Region. Aber auch bei den Konflikten in Syrien, im Libanon oder dem Irak stehen sich Saudi-Arabien und der Iran als Feinde gegenüber. Er begründete seinen Schritt damit, dass er um sein Leben fürchte. Die Hisbollah ist im Libanon an der Regierung beteiligt. Zwar wurde die Raketen abgefangen und zerstört, doch warf Riad dem Iran vor, den Huthis Raketen zu liefern.

Immer wieder gibt es Sorgen, in dem Land könnte ein neuer blutiger Konflikt ausbrechen. Bereits zwischen 1975 und 1990 tobte dort ein Bürgerkrieg. 2006 kam es zu einem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah.

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