Gericht verhandelt über CO2-Klage eines Bauern gegen RWE

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Geklagt hat ein peruanischer Bauer, der sein Haus in Huaraz etwa 450 Kilometer nördlich von Lima von Überschwemmungen bedroht sieht, die mutmaßlich vom Klimawandel verursacht werden. Dafür macht er den Kraftwerksbetreiber RWE mitverantwortlich. Am 30. November will das OLG Hamm verkünden, ob das Verfahren in die Beweisaufnahme geht oder nicht. Die Nachfragen des Gerichts am ersten Verhandlungstag am Montag ließen eine Tendenz in diese Richtung erkennen. Für den hohen Wasserstand in dem See macht der Kläger den Klimawandel verantwortlich, der zu einem Abschmelzen des Gletschers führe. Er fordert von RWE, Maßnahmen zum Schutz seines Hauses in Peru zu bezahlen. "Die Klage richtet sich gegen RWE, weil sie mit ihren Kraftwerken Treibhausgase in die Erdatmosphäre ausgestoßen haben, die für die globale Erwärmung mitverantwortlich sind", sagte Lliuya im Vorfeld.

Nach der Verhandlung zeigte sich Lliuya bewegt: "Die Berge haben gewonnen. Die Lagunen sind die Tränen der Berge, und die Gerechtigkeit hat das gehört und hat uns Recht gegeben". Auch seine Prozessvertreterin zeigte sich erfreut: "Mein Ziel für den heutigen Tag ist zu 100 Prozent erreicht". Die Anwälte von RWE haben nun die Möglichkeit, sich schriftlich zur Einschätzung des Gerichts zu äußern.

RWE hatte beim Prozess in der ersten Instanz argumentiert, die Forderungen des Klägers hätten keine zivilrechtliche Grundlage. Das habe der Gesetzgeber sicher nicht gewollt. Das sei eine "gute Nachricht" für viele andere potenzielle Kläger. "Dürfen wir die Menschen, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, damit alleine lassen, wenn wir die Emissionen produzieren?", fragte er.

Ein Kleinbauer aus den Anden klagt gegen einen deutschen Energiegroßkonzern - und die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Das Oberlangesgericht in Hamm hat bekanntgegeben, dass es die Klage des peruanischen Landwirts Saúl Luciano Lliuya gegen das Unternehmen RWE für schlüssig hält.

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