Vorstoß Steuer auf ungesunde Lebensmittel soll Übergewicht stoppen

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Gesunde Ernährung scheitert bisher auch am Preis.

Hierzulande sind rund 30 Prozent der Buben in der dritten Schulstufe übergewichtig oder sogar adipös.

Ein gestaffeltes System der Mehrwertsteuer für Lebensmittel könnte dabei helfen, die Zunahme von starkem Übergewicht zu stoppen.

Dies würde laut der Studie der deutschen Diabetes Gesellschaft dazu führen, dass der Anteil stark übergewichtiger Menschen um zehn Prozent sinkt, statt weiter zu steigen.

Berechnet wurden Ernährungsverhalten und Gewichtsentwicklung der Bevölkerung, wenn Obst und Gemüse gar nicht, ungesunde Lebensmittel aber höher als bisher besteuert werden.

Das könnte man mit veränderten Mehrwertsteuersätzen auf Lebensmittel ändern, sagt der Hamburger Ökonom Tobias Effertz. In Österreich liegt der Mehrwertsteuersatz von Lebensmitteln generell bei zehn Prozent. Das ergab eine Studie, die gemeinsam mit dem Ernährungsbericht 2017 vergangene Woche im Gesundheitsministerium präsentiert wurde.

Im Ausland ist man bereits weiter: Frankreich erhebt seit 2012 eine Steuer auf gesüßte Getränke.

Die Experten bringen darüber hinaus eine Anhebung des Steuersatzes für die besonders gesundheitsschädlichen Softdrinks von heute 19 auf 29 Prozent ins Spiel. Rund jeder vierte Deutsche leidet an Übergewicht - durch die Steuer soll das deutlich reduziert werden. Damit geht ein höheres Risiko etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs einher.

Die Idee einer stärkeren Regulierung der Lebensmittelpreise ist nicht neu. In Großbritannien müssen Getränkehersteller ab April 2018 eine Zucker-Abgabe zahlen. Die Idee stieß auf ein geteiltes Echo: Während die Branche und das Bundesernährungsministerium ablehnend reagierten, begrüßten Gesundheitspolitiker aus den Reihen der Regierungskoalition den Vorschlag.

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