Dominic Thiem unterliegt Grigor Dimitrov — ATP Finals

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Heuer spielt der Weltranglisten-Vierte in der Gruppe "Pete Sampras" gegen Rafael Nadal, David Goffin und Grigor Dimitrow. Die besten zwei Spieler jeder Gruppe steigen auf.

Thiem blieb gegenüber der APA, der Austria Presse Agentur, noch vorsichtig. "Ich habe wirklich sehr gut gespielt, aber es sind halt immer zwei komplett verschiedene paar Schuhe im Training und im Match", so Thiem. Zumindest schadet der Aufwärtstrend dem zuletzt doch angeknacksten Selbstvertrauen sicher nicht.

"Es geht auf jeden Fall aufwärts. Mal schauen, wie ich das Training umsetzen kann", sagte der 24-Jährige. Der auch um die Bedeutung eines guten Starts beim Saisonfinale der besten acht Tennisspieler dieses Jahres weiß. Bei dementsprechenden anderen Ergebnissen ist sogar ein Aufstieg mit nur einem Sieg aus drei Spielen möglich. Jahrelang mit dem Ruf des "Mini-Federer" als nächster Topstar gehandelt, konnte er den Vorstoß in die Top Ten 2014 nicht halten. Dimitrow verlor dann den Fokus, eine Zeit lang bekam er mit seinen Liebschaften mit Serena Williams, Maria Scharapowa und Popsängerin Nicole Scherzinger in der "Yellow Press" größere Schlagzeilen als auf den Sportseiten der Zeitungen.

Nun hat er sich erstmals für das Saison-Abschlussfinale qualifiziert.

Dominic Thiem hat sein Auftakteinzel gegen Grigor Dimitrov bei den ATP Finals in drei Sätzen in London verloren. Vor drei Jahren war er als Ersatzspieler dabei, kam aber nicht zum Einsatz.

Thiem hatte sich nun auf das Spiel von Dimitrow besser eingestellt und ließ sich nicht mehr so leicht in die Defensive drängen, das Duell mit dem Weltranglistensechsten wurde zu einem Schlagabtausch auf Augenhöhe. Ein starkes Service reichte zwar, noch einmal auf 30:40 zu verkürzen, ein Fehler mit der Vorhand brachte Dimitrow aber mit 4:2 voran, die Vorentscheidung im ersten Satz. Während Thiem vor allem mit seinem ersten Aufschlag haderte, zog Dimitrow sein Spiel souverän durch und setzte den Österreicher auch mehrmals mit seinem Paradeschlag, der einhändigen Rückhand, gehörig unter Druck. "Sicher eine meiner geilsten Partien in diesem Jahr", erinnerte sich Thiem lächelnd.

Doch anstatt sich ins Tiebreak zu retten, fabrizierte der Österreicher bei eigenem Aufschlag zwei weitere Doppelfehler und gab den Vorteil wieder her. In Madrid gewann Thiem, in Brisbane Dimitrov. Gegen Nadal steht es 2:5, gegen Goffin gar 3:7. Im Gegenzug schlug der Niederösterreicher dann aber eiskalt zu.

200 Weltranglisten-Punkte bekommt man bei den ATP-Finals in London pro Sieg. Beim 6:5 für Thiem jedoch nicht mehr: Der Lichtenwörther übernahm hier entschlossen das Kommando und erspielte sich drei Breakbälle am Stück, seine ersten im gesamten Match überhaupt. Bei einem optimalen Verlauf ist auch mehr möglich. Thiem, der hinter Alexander Zverev (20) übrigens immer noch der Zweitjüngste im Feld ist, sprach es selbst an: "Wer am Montag die erste Gruppenpartie gewinnt, hat gute Karten für den Semifinaleinzug".

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