Hundert Macron-Anhänger kündigen Rückzug aus seiner Bewegung an

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Ihr offener Brief, der vom Rundfunksender Franceinfo veröffentlicht wurde, enthält deutliche Vorwürfe, die sich an Emmanuel Macron und die Spitze seines Bündnisses richten.

Hundert bisherige Mitarbeiter des französischen Präsidenten Macron haben den Rückzug aus dessen Bewegung "La République en Marche" angekündigt. Statt Basisdemokratie habe sich eine "Herrschaft der Eliten" durchgesetzt. Die Führung "beleidige die fundamentalen Prinzipien der Demokratie" mit Strukturen wie im Ancien Régime der absolutistischen Könige, heißt es in einer Stellungnahme der "100 Demokraten", wie die Gruppe sich nennt. In dem Brief ist von Arroganz der LREM-Verantwortlichen die Rede sowie von Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegenüber engagierten Mitgliedern. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Die Kritiker bemängeln unter anderem, dass keine Urwahl aller Mitglieder vorgesehen ist und dass Mitglieder ohne Amt nur per Zufallsprinzip ein Stimmrecht auf dem Parteitag bekommen konnten.

Die "100 Demokraten" kritisieren aber auch das Prozedere zur Wahl des neuen Parteivorsitzenden, die am kommenden Samstag im Rahmen des ersten LREM-Parteitags stattfinden soll. Dem Sender zufolge handelt es sich überwiegend um Basismitglieder, Kommunalpolitiker und lokale Parteiverantwortliche. LREM hat nach eigenen Angaben mehr als 380.000 Mitglieder.

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