Trumps Sohn hatte während des Wahlkampfs Kontakt mit Wikileaks

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Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump stand im Wahlkampf in Kontakt mit der Internetplattform Wikileaks, die Trumps Gegnerin Hillary Clinton mit Enthüllungen schwer zusetzte. Donald Trump Jr. veröffentlichte am Montagabend Nachrichten, die eine Kommunikation zwischen ihm und dem Twitterkonto von Wikileaks zeigen.

Wikileaks hatte während des Präsidentschaftswahlkampfs gehackte E-Mails aus dem demokratischen Lager um Hillary Clinton veröffentlicht. Amerikanische Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung wegen der Hacking-Angriffe.

Aus den von Trump junior veröffentlichten Nachrichten geht hervor, dass er mehrmals Anfragen von Wikileaks bekam. In einer weiteren Nachricht wurde Trump junior auf den Start einer neuen Anti-Trump-Seite im Internet hingewiesen. Trump junior antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören.

Zudem versprach sich die Enthüllungsplattform davon einen Gewinn an eigener Glaubwürdigkeit: Wenn sie Trumps Steuererklärungen veröffentlichte, "dann würde das unser Image der Unparteilichkeit dramatisch verbessern", hieß es in einer Nachricht von Wikileaks. Dann fügte er hinzu: "Es ist erstaunlich, womit sie durchkommt". Die Plattform bat ihn weiter darum, einen Link zu verbreiten. In einer Serie von Nachrichten versuchte die Plattform Trump junior davon zu überzeugen, ihr die Steuererklärungen des Präsidentschaftskandidaten Trump für die Veröffentlichung zuzuspielen; Trumps Weigerung, diese Dokumente im Wahlkampf öffentlich zu machen, hatte ihm viel Kritik eingebracht. Es folgen nur noch Mitteilungen von Wikileaks. Außerdem empfahl Wikileaks, dass Trump sich im Fall einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben dürfe, sondern das Ergebnis anfechten müsse.

Die Plattform von Wikileaks-Gründer Julian Assange umwarb Trumps ältesten Sohn regelrecht: "Hey Donald, es ist großartig, dass du und dein Vater über unsere Veröffentlichungen sprecht". Russische Manipulationsversuche im US-Wahlkampf sind derzeit Gegenstand mehrerer Untersuchungen in den USA. Dies gilt als Indiz dafür, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten, um den Wahlkampf zu beeinflussen.

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