Über 15'000 Forscher unterschreiben "Warnung an die Menschheit"

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Die Forscher ziehen daraus eine düstere Bilanz: "Wir riskieren unsere Zukunft, indem wir unseren intensiven materiellen Konsum nicht reduzieren und das Bevölkerungswachstum nicht als Hauptgrund vieler Umwelt- und gar Gesellschaftsprobleme anerkennen".

Seit der letzten "Warnung an die Menschheit" sind genau 25 Jahre vergangen.

Bis 2100, so schätzen Experten, werden auf der Erde zwischen 9,6 und 12,3 Milliarden Menschen leben.

Der Brief, der ursprünglich 1992 geschrieben und von 1.500 Wissenschaftlern unterzeichnet wurde, argumentierte, dass menschliche Auswirkungen auf die natürliche Welt wahrscheinlich zu "großem menschlichem Elend" und einem Planeten führen würden, der "unwiederbringlich verstümmelt" wurde.

Für ihre Analyse nutzten die Autoren Daten von staatlichen Behörden, Organisationen und Forschern.

Vor allem durch den Eintrag von Dünger und Erdöl hat die Zahl sauerstoffarmer Todeszonen in den Ozeanen um etwa 75 Prozent zugenommen.

Etwa 120 Millionen Hektar Wald wurden abgeholzt, hauptsächlich um Platz für Agrarland zu schaffen.

Der Kohlendioxid-Ausstoß und die durchschnittliche Temperatur sind weltweit gestiegen.

Die Zahl der Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Fische und Vögel ist weltweit um 29 Prozent gesunken.

Die Bevölkerung ist um 35 Prozent gewachsen.

Die Warnung der Weltforschergemeinde kommt zum Jubiläum der ersten gemeinsamen Warnung vor 25 Jahren.

Im ersten Aufruf von 1992 hatten rund 1700 Wissenschaftler - darunter viele Nobelpreisträger - neun besonders drängende Problemfelder wie Klimawandel, Waldabholzung und Schwinden der Artenvielfalt beschrieben. "Alarmierenderweise hat sich das meiste sogar verschlechtert".

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass politische Maßnahmen noch etwas bewirken könnten - damit die Politik aber reagiert, müsse der öffentliche Druck auf sie erhöht werden. Allerdings sehen die Forscher die Verantwortung nicht nur in der Politik: "Es ist auch an der Zeit, dass wir unsere individuellen Verhaltensweisen überdenken und verändern".

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