Vereinigte Arabische Emirate: Europa muss Moscheen stärker kontrollieren

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Islamistische Anschläge in den EU-Staaten, darunter auch in Deutschland, sind nach Ansicht eines emiratischen Ministers Folge der nachlässigen Kontrolle von Moscheen in Europa, wie der deutsche TV-Sender n-tv am Dienstag berichtet. "Es muss eine Lizenz dafür geben", zitiert der Sender den Scheich Nahjan Mubarak Al Nahjan, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) für Toleranzfragen zuständig ist.

Man könne nicht einfach eine Moschee öffnen und jedem erlauben, dort zu predigen - dafür müsse es eine Lizenz geben.

"Wir haben immer unsere Hilfe angeboten, wir haben immer angeboten, Menschen auszubilden", betonte der Minister.

Der Berlin-Attentäter Anis Amri hatte sich oft in einer Moschee in der deutschen Hauptstadt aufgehalten. Bis heute habe sich aber niemand an sein Land gewandt, führte der Kulturminister aus.

In den Emiraten stehen die Moscheen unter umfassender Kontrolle der Herrscher, die damit radikalen Tendenzen vorbeugen wollen, so n-tv.

In Deutschland ist es noch so, dass der Staat sich nicht in die Auswahl der Imame einmischt. Zusammen mit mächtigen Geheimdiensten und weitreichenden Befugnissen der Sicherheitskräfte konnten in den VAE größere Anschläge verhindert werden. Moscheen brauchen auch keine Genehmigung. Innenminister Thomas de Maizière hatte im Interview mit t-online.de für weitere Verbote plädiert: "Auch die Länder müssen bestimmte Moscheen und Moscheevereine verbieten, die für Radikalisierung in ihren Räumen und unter ihrem Deckmantel bekannt sind". Der aus dem Irak stammende Islamist steht im Verdacht, junge Muslime für den IS angeworben zu haben.

In der Bundesrepublik beobachtet der Verfassungsschutz Dutzende Moscheen.

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