Die Deutschen haben immer weniger Angst

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Die Deutschen haben weniger Angst vor schweren Krankheiten wie Krebs oder Demenz. Derzeit fürchten sich 65 Prozent der Bundesbürger vor einem bösartigen Tumor. Knapp jeder Zweite im Freistaat gehe zur Krebsvorsorge, das seien neun Prozent weniger als vor drei Jahren, berichtete die Krankenkasse DAK am Donnerstag auf Basis einer aktuellen Umfrage. An zweiter Stelle folgen Alzheimer und Demenz sowie Schlaganfall (jeweils 42 Prozent).

Deutlich zurück ging laut der repräsentativen Umfrage auch die Angst vor einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt, einem Unfall mit schweren Verletzungen oder vor einer schweren Augenerkrankung. Das zeigt eine heute in Hamburg veröffentlichte Studie der DAK-Gesundheit.

Die Krankenkasse beklagt, dass aber gleichzeitig auch die Zahl der Menschen sinkt, die an einer Vorsorgeuntersuchung teilnehmen, regelmäßig Sport treiben und sich gesund ernähren.

Auffällig war im Vorjahr die Steigerung von psychischen Erkrankungen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass dieser leicht positive Trend allein ursächlich für die gesunkene Angst vor schweren Krankheiten ist. Faktisch werden psychische Erkrankungen jedoch bei älteren Menschen deutlich häufiger diagnostiziert als bei jungen Erwachsenen. Im Jahr 2010 waren es noch 44 Prozent.

Die Tür einer Hausarztpraxis mit dem Schriftzug Sprechzimmer 1
1 Die Tür einer Hausarztpraxis mit dem Schriftzug"Sprechzimmer 1

Knapp jeder Dritte fürchtet sich vor einem Herzinfarkt (minus sieben). Ähnlich verhält es sich bei Diabetes: Auch hier gaben vor allem junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren an, Angst vor der Erkrankung zu haben.

Hauptursache für Krankheitstage waren im vergangenen Jahr Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (22,2 Prozent) psychische Erkrankungen (17,1 Prozent) und Erkrankungen des Atmungssystems (14,7 Prozent). 36 Prozent in dieser Altersgruppe fürchten, an Burn-out, Depressionen oder anderen Seelenleiden zu erkranken. Die über 60-Jährigen haben am wenigsten Angst vor Seelenleiden (15 Prozent). Die DAK wolle ihre Präventionsarbeit verstärken, um die Menschen zu mehr Engagement für die eigene Gesundheit zu bewegen. Allerdings ist der Anteil der Nichtraucher gestiegen - von 61 Prozent vor zwei Jahren auf nun 64 Prozent. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte auf NRZ-Anfrage: "Die Bekämpfung von Krebs ist und bleibt eine gesundheitspolitische Herausforderung". "Gegebenenfalls besteht ein Zusammenhang mit der guten medizinischen Aufklärung und einem Vertrauen in die moderne Medizin", sagte DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Insgesamt fühlen sich die Deutschen gesund: 88 Prozent schätzen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.

Die meisten bewerten ihre Gesundheit als gut und tun etwas dafür.

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