Etwa jeder dritte Deutsche schläft schlecht

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Rund jeder vierte Deutsche schläft jedoch nicht genug. Zudem kommt fast ein Viertel der Erwachsenen nicht auf die von Experten empfohlenen mindestens 6 Stunden Schlaf.

Das Gute vorab: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland schläft gut.

Die Studie zeigt regionale Unterschiede: Am schlechtesten schlafen die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein.

Ihr Anteil an der Gruppe der Schlecht-Schläfer sei überdurchschnittlich hoch. Und von denen klagen 40 Prozent über schlechten Schlaf. Wer zu wenig schläft, hat ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Übergewicht.

Der Mensch muss sich erholen, um kreativ und leistungsfähig zu sein. Wer unregelmäßig arbeitet, bewertet auch die Qualität seines Schlafes weniger oft mit "sehr gut" oder "gut". "Dafür muss das System herunterfahren, das ist im laufenden mentalen Betrieb nicht möglich", sagt TK-Chef Jens Baas. "Gerade in einer Wissensgesellschaft wie der unseren ist erholsamer Schlaf nicht nur physiologisch, sondern auch gesellschaftlich wichtig. Deshalb sollten wir unser Schlafverhalten optimieren, nicht rationalisieren". Das geht aus der Schlafstudie 2017 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

► Schlafen während der Schicht? Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten machen laut Studie inzwischen 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland aus. Und der Bedarf steige mit dem Anspruch der Verbraucher, rund um die Uhr alles erledigen zu können.

Ein anderes Ergebnis ist, dass Schlafprobleme vermehrt bei Frauen und Menschen aus den östlichen Bundesländern auftreten. Die Herausforderung sei, ein gesundes Verhältnis zu finden zwischen den Bedürfnissen der Beschäftigten und den betrieblichen Erfordernissen. Sie lässt sich bei allem gesellschaftlichen Hang zur Selbstoptimierung nicht verstellen. Dr. Gegen die innere Uhr zu arbeiten, koste zusätzliche Energie und wirke sich negativ auf die Schlafqualität aus.

So geben 42 Prozent der Schichtarbeiter in der TK-Schlafstudie an, dass sie Umstellungs- und Schlafprobleme haben, wenn sich ihr Schichtplan ändert.

Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden. Wer möchte, dass Beschäftigte gesund bleiben, muss sich um eine wirksames Betriebliches Gesundheitsmanagement kümmern. Gesunde Schichtpläne und Führung wichtig.

► Unternehmenssicherheit braucht ausgeschlafene Mitarbeiter. "Viele Beschäftigte treibt nachts das Gedankenkarussell um". Nach einer Studie der DAK-Gesundheit vom März diesen Jahres sind seit 2010 die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. "Weitere Gründe sind vor allem private Probleme mit 28 Prozent und gesundheitliche Beschwerden mit 22 Prozent".

Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und wachsenden internationalen Märkte verändern sich die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten immer mehr. Wer schlecht schlafe, fühle sich mehr als doppelt so häufig erschöpft (44 zu 21 Prozent), gereizt (33 zu neun Prozent) und niedergeschlagen (21 zu sechs Prozent).

Für Gesundheitssystem und Unternehmen hat schlechter Schlaf finanzielle Konsequenzen. Hilfreich seien Walter zufolge auch Räume in Unternehmen, in denen Mitarbeiter während des Tages kurz schlafen könnten.

Die Studie zeigt aber auch, dass man schon mit kleinen Veränderungen viel erreichen kann. So beklagen 41 Prozent die Zimmertemperatur, 23 Prozent konsumieren vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten und 15 Prozent koffeinhaltige Getränke. Bei sieben Prozent der Erwachsenen liegt das Smartphone auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen. Hier störe das Handy bei jedem Fünften den Schlaf.

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