Zu viel Salz schädigt Darmflora

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Wenn wir durch unsere Nahrung zu viel Kochsalz zu uns nehmen, fördert dies Bluthochdruck und beeinflusst zum Beispiel den Krankheitsverlauf der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose negativ.

Nun zeigte Müller im Mausmodell, dass ein Übermaß an Salz die Laktobazillen im Darm dezimiert. Gleichzeitig mit dem Rückgang dieser Bakterienart stiegen der Blutdruck und die Zahl von Th17-Zellen im Blut der Mäuse an. Diese Immunzellen stehen mit Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose in Verbindung.

Erhielten die Tiere jedoch probiotische Laktobazillen zusätzlich zur salzreichen Nahrung, ging die Zahl der Th17-Helferzellen wieder zurück und der Blutdruck sank. Die Wissenschaftler stellten mit anderen Worten fest, dass das Mikrobiom einen wichtigen Faktor für durch Salz beeinflusste Erkrankungen darstellt. Sogenannte Probiotika mildern auch die neurologischen Symptome von experimenteller autoimmuner Encephalomyelitis, einem Krankheitsmodell für Multiple Sklerose, erläutern die Forscher. Ralf Linker von der der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, USA, vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelbelberg, der Universität Regensburg und des Vlaams Instituut voor Biotechnologie (VIB) in Hasselt, Belgien.

In einer wissenschaftlichen Studie haben Forscher herausgefunden, dass Diäten, die reich an Salz sind, nützliche Bakterien in unseren Eingeweiden töten.

Neben den Untersuchungen an Mäusen überprüften Müller und sein Forscherteam die Bakteriengemeinschaft im Verdauungstrakt von zwölf gesunden Männern, die zwei Wochen lang sechs zusätzliche Gramm Kochsalz täglich einnahmen.

Probiotika werden häufig in Joghurts sowie fermentierten Produkten wie Sauerkraut gefunden
Das amerikanische und deutsche Team warnte es sei keine Lizenz für Menschen so viel Salz zu sich zu nehmen wie sie mögen solange sie Joghurt essen

Die übermäßige Salzzufuhr führte gleichzeitig dazu, dass der Blutdruck und die Anzahl von Th17-Helferzellen anstieg. Auch hier reagierten die Darmbakterien der Gattung Lactobacillus empfindlich. Die meisten waren nach 14 Tagen erhöhter Salzaufnahme nicht mehr nachweisbar.

Die Bedeutung der Bakterien bei verschiedensten Erkrankungen rückt immer stärker in den Fokus der Forschung. Die Interaktion der Darmflora mit dem Organismus ist aber größtenteils noch unbekannt.

Ob der Rückgang der Laktobazillen tatsächlich die beschriebenen Veränderungen auslöste, lässt sich anhand der Studie jedoch nicht eindeutig belegen. "Wir wollten zusammenhängende Prozesse betrachten", sagt Müller.

Probiotika werden häufig in Joghurts sowie fermentierten Produkten wie Sauerkraut gefunden. Zwar konnte die therapeutische Wirksamkeit dieser Bakterien bisher nicht vollständig bewiesen werden, doch "vielleicht gehört Multiple Sklerose zu den salzsensitiven Erkrankungen, die wir zukünftig mit individuell angepassten Probiotika behandeln können", erklärt der Neuroimmunologe Prof. Solche eine doppelblinde Studie mit einer größeren Zahl von Teilnehmern aus beiden Geschlechtern, kontrolliert durch Placebo, sei nötig, bevor man über die therapeutische Anwendung von Probiotika nachdenken könne, erklären die Autoren. (2017): Salt-responsive gut commensal modulates TH17 axis and disease.

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