Emmy für "Familie Braun"

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Im Vorjahr hatte unter anderem die Serie "Deutschland 83", bei der es um einen DDR-Grenzsoldaten ging, einen International Emmy geholt. Sie setzte sich gegen Konkurrenten aus Kanada, Brasilien und Argentinien durch.

"Vielen Dank an die Jurys auf der ganzen Welt, dass sie für unser kleines Programm gestimmt haben", sagte Kramm bei Entgegennahme der Trophäe auf der Bühne. Als beste Darstellerin prämiert wurde die Britin Anna Friel für ihre Rolle als Londoner Polizistin "Marcella" auf der Jagd nach einem Serienmörder in der gleichnamigen Fernsehserie. "Man ist so nah dran und dann kriegt man's doch nicht", sagte Gerhardt der dpa am Rande der Gala. Die humoristische Darstellung von Neonazis in "Familie Braun" sei keineswegs verharmlosend, sagte Produzentin Beatrice Kramm nach dem Sieg - im Gegenteil: "Man muss gegen Neonazismus kämpfen, wie man auch immer es kann". Und nun wird ihr Leben um ein junges Mädchen bereichert, dessen Mutter aus Eritrea stammt und mit dem Thomas einen One-Night-Stand hatte.

Die große Herausforderung an "Familie Braun" sei die Kürze der einzelnen Folgen gewesen, die jeweils nur zwischen vier und sechs Minuten lang sind, sagte ZDF-Redakteurin Lucia Haslauer nach der Preisvergabe.

Die International Emmys sind der weltweite Ableger des wichtigsten Fernsehpreises der Welt. Auch die für nichtamerikanische Produktionen vergebenen Ehrungen sind sehr begehrt, genießen jedoch nicht so viel Aufmerksamkeit wir die Verleihungen in Los Angeles. Gerhardt hatte mit "Ku'damm 56" in diesem Jahr bereits den Deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin sowie den Bayerischen Fernsehpreis gewonnen. Mit insgesamt vier Auszeichnungen in den elf Kategorien konnte Großbritannien in diesem Jahr die meisten Preise gewinnen. Auch Produktionsteams aus Norwegen, Belgien, Frankreich, Kanada und der Türkei nahmen Trophäen mit nach Hause.

Sowohl die Macher von "Familie Braun" als auch die trophäenlose Sonja Gerhardt versicherten, am Montagabend noch zu feiern. "Das Adrenalin haben wir im Blut, insofern werden wir es krachen lassen".

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