Arzneimittelbehörden fordern: Patienten sollen Nebenwirkungen melden

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Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer Kampagne dazu auf, ihnen verstärkt Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu melden. Effekte, die in der Packungsbeilage nicht aufgeführt sind, sollten von Patienten verstärkt gemeldet werden.

Bonn. Die europäischen Arzneimittelbehörden rufen Verbraucher dazu auf, deutlich häufiger Nebenwirkungen von Medikamenten zu melden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Verdachtsfällen von Nebenwirkungen, die nach der Einnahme rezeptfreier Arzneimittel und bei Mitteln zur Selbstbehandlung auftraten, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilte.

Denn auch bei diesen sogenannten OTC-Produkten können Nebenwirkungen auftreten, deren Meldung einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit darstellen.

Diese Meldungen sind wichtig, um Arzneimittelrisiken möglichst schnell zu identifizieren, da die Behörden dazu auf belastbare Daten und Risikosignale aus der Praxis angewiesen sind.

Pharmaunternehmen sowie Ärzte und Apotheker sind zur Meldung unerwarteter Nebenwirkungen verpflichtet. Aus den berichteten Symptomen filtern sie diejenigen heraus, die möglicherweise ein erstes Signal für eine bisher unbekannte Nebenwirkung sind. Darauf weist auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf seiner Homepage hin. "Das hilft den Arzneimittelbehörden, Risikosignale so früh wie möglich zu erkennen und dann bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten zu treffen". Die Gründe dafür sind vielfältig. "Wir wollen nicht sagen, dass Arzneimittel gefährlich sind, aber wir wollen Patienten in die Lage versetzen, ihre Medikamente seriös, reflektiert und mit einem kritischen Bewusstsein einzunehmen".

Patienten haben die Möglichkeit, Nebenwirkungen auf der Internetseite des BfArM unter "www.bfarm.de/uawmelden" selbst zu melden.

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