Lootboxen: CSU, SPD und FREIE WÄHLER in Bayern stellen Eilanträge

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Dann gab man den Anträgen der SPD und der CSU statt. Ab Seite 45 kommen insgesamt vier Parteien zu Wort und diskutieren über verschiedene Maßnahmen, um den Jugendschutz in Bezug auf Glücksspiel-Elementen in Videospielen zu stärken.

Zugestimmt wurde den Anträgen der CSU und SPD, abgelehnt wurde der Vorschlag der Freien Wähler.

Die CSU wählt eine weichere Herangehensweise und formuliert in ihrem Antrag die Aufforderung, die Kommission für Jugendmedienschutz einzuschalten. Im Kern verlangen die Anträge eine Aufklärung der Jugendlichen, eine höhere Transparenz seitens der Hersteller und dass die gesetzlichen Handlungsspielräume überprüft werden. Wie gameswirtschaft.de berichtet, wurde in der 117. Sitzung des Bayerischen Landtags am 29. November 2017 über mehrere Dringlichkeitsanträge abgestimmt, die Lootboxen, Glücksspiel und Jugendschutz zum Thema hatten. Gerade bei Jugendlichen ist die Gefahr, dass eine entsprechende Wirkung - auch auf die Psyche - eintritt, sehr groß. Deshalb muss die Grenze zwischen bloßem Spiel und Glücksspiel sehr exakt gezogen werden. "Deshalb sollten solche Spiele erst ab 18 Jahren erlaubt sein".

Die Freien Wähler richten diesen Vorschlag auch über Bayern hinaus an die Bundesregierung und streben eine Änderung des Jugendschutzgesetzes und "eine Ergänzung der Vorgaben der USK und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien "an".

Die USK gab jedoch schon einige Monate zuvor bekannt, dass nach aktuellen Gesetzen und Richtlinien Lootboxen wahrscheinlich kein Glücksspiel darstellen.

Die CSU hingegen wird vorerst laut Antrag nur die Kommission für den Jugendmedienschutz einschalten. Auch dass zunehmend spielwesentliche Elemente in derartigen Systemen verborgen werden, stellt eine grundsätzliche Problematik aus Sicht des Jugendschutzes dar, da Kinder und Jugendliche einem starken emotionalen Druck ausgesetzt werden, zusätzlich zum Erwerb des Spieles selbst weiteres echtes Geld einzusetzen, um notwendige Spielelemente zu erlangen - und sei es nur, um früher einen Vorteil über Mitspieler dadurch zu erlangen.

Darüber hinaus müsse die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden. Um dies zu bewerkstelligen müsste man den Glücksspielvertrag abändern, jedoch sehen die Parteien dies kritischer.

Und zum Schluss fordert die SPD, dass überhaupt erst einmal geprüft werden muss, ob Spiele mit Lootboxen allgemein eine Einstufung ab 18 erhalten sollten. Unter anderem, da sie eine hohe Suchtgefahr mit sich bringen. Und außerdem, welche nächsten Schritte man dagegen einleiten könnte.

Als eine Sache des Verbraucherschutzes sieht es Verena Osgyan (Die Grünen), die überprüfen möchte, ob Lootboxen in den Glücksspielstaatsvertrag aufgenommen werden sollten. Dies hat ihre Fraktion jedoch noch nicht als Antrag zur Abstimmung abgegeben. Damit wird die Debatte nicht beendet sein und Gremien, Kommission und Politiker werden sich weiter mit dem Thema beschäftigen und im Fokus behalten.

Vorerst muss aber vor allem die Bayrische Landesregierung auf die zwei entschiedenen Anträge reagieren und eine Antwort abgeben. Wir kontaktierten die zuständige Pressestelle und erfuhren, dass in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr mit einem Statement gerechnet werden sollte.

Wir halten euch auf dem Laufenden, wie es mit der Lootboxen-Diskussion nun auch in Deutschland weitergeht.

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