Verbraucherschützer: Keime in Hähnchen, Nickel in Spielzeug

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Bei den Lebensmittelkontrollen im vergangenem Jahr fiel die Hähnchenmast negativ auf. Wird davon zu viel gegessen, können Leberschäden oder Fehlbildungen bei Embryos die Folge sein, warnt das BVL. Zusätzlich seien im niedrigen einstelligen Prozentbereich der Rohmilchproben diverse Krankheitserreger nachgewiesen worden, so Listerien, Campylobacter und Escherichia-coli-(EHEC)-Bakterien.

Campylobacter haben Salmonellen als häufigsten bakteriellen Erreger für Durchfallerkrankungen in Deutschland abgelöst. Leberwurst, -pastete oder gar eine Scheibe gebratene Leber enthalten so viel Vitamin A, dass der Tagesbedarf schon mit geringen Mengen weitgehend gedeckt ist.

Auch Kleinkinder sollten leberhaltige Produkte nur zurückhaltend konsumieren, wie der Präsident der Behörde, Helmut Tschiersky, am Dienstag in Berlin sagte. Bei etwa einem Viertel der Proben lagen die Campylobacter-Keimzahlen über dem ab nächstem Jahr in der EU geltenden Prozesshygienekriterium. Dagegen ist der Salmonellenbefall der Hähnchen noch weiter gesunken, auf weniger als fünf Prozent der entnommenen Proben. "Beide Erreger sind nicht hitzeresistent, Verbraucher sollten Hähnchenfleisch deshalb nur gut durchgegart verzehren", empfiehlt die Bundesbehörde.

Einen auffallenden Befund ermittelten die Lebensmittelkontrolleure bei der Suche nach antibiotikaresistenten Keimen im Geflügel. Hier schnitten die Ökobetriebe deutlich besser ab als konventionelle Züchter. Das Amt vermutet, dass die Biobauern ihre Tiere weniger mit Arzneien behandeln. Daher rät das BVL vom Verzehr von Schafsleber generell ab. "Die Milchpreise sind unter Druck, deshalb versuchen die Landwirte, neue Erlöse zu generieren", erläuterte Stephan Koch, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. In Hofläden finden sich Milchtankstellen, an denen sich die Konsumenten Rohmilch direkt abfüllen können. Fast jede fünfte untersuchte Milchprobe wies hier eine hohe Keimbelastung auf.

In Anbetracht der zunehmenden Verbreitung von Milch-Zapfanlagen und der Direkt-Ab-Hof-Vermarktung von Rohmilch erinnert das BVL daran, dass die Vermarkter gesetzlich verpflichtet seien, den Hinweis "Rohmilch, vor dem Verzehr gut abkochen" gut lesbar an der Ausgabestelle anbringen müssten. Dadurch lässt sich das Risiko einer Erkrankung laut BVL minimieren. Metallspielzeug gibt in vielen Fällen zu viel Nickel ab. Bei einem Modellbaukasten wurde sogar ein Nickelanteil gemessen, der den Grenzwert um das 200-fache überschritt.

Bundesamt für Verbraucherschutz sieht in Rohmilch ein Problem / Spielzeug enthält oft zu viel Nickel, das Allergien auslösen kann. Davon sind nach Angaben des Bundesamts etwa zehn Prozent aller Kinder betroffen.

Die Zahl der Lebensmittelkontrollen ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Künftig müssen Betriebe, deren Schlachtkörper eine Campylobacter-Keimzahl oberhalb von 1.000 KbE/g aufweisen, geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Prozesshygiene einleiten. Bei mehr als der Hälfte der Fälle bemängelten die Prüfer ausschließlich Verstöße gegen Kennzeichnungs- und Aufmachungsvorschriften.

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