Täter wollte mit Sprengsatz DHL erpressen

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Doch die Drohung richtet sich nicht gegen die Stadt oder die Menschen: Den Behörden zufolge erpressen der oder die Täter den Paketzusteller DHL - und nehmen Menschenleben in Kauf.

Hintergrund des Bombenalarms am Potsdamer Weihnachtsmarkt ist nach Erkenntnissen der Ermittler eine Erpressung des Paketzulieferers DHL. Die am Freitag an eine Apotheke am Potsdamer Weihnachtsmarkt gesendete Lieferung mit einem Polenböller stehe in diesem Zusammenhang, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonntag in Potsdam. Damit sei klar, dass die Bedrohung mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt der brandenburgischen Landeshauptstadt gegolten habe.

Das Paket wurde am Donnerstag an einer DHL-Station in Potsdam aufgegeben
Das Paket wurde am Donnerstag an einer DHL-Station in Potsdam aufgegeben

Demnach lag der Sendung ein Erpresserbrief bei. Die Nachricht sei als so genannter QR-Code im Internet verschlüsselt, aber eindeutig rekonstruiert worden, erklärte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Beim Auslesen des QR-Codes sei das Schreiben geöffnet worden. Der oder die Täter stammen seinen Angaben zufolge vermutlich aus dem Raum Berlin/Brandenburg. Auch zu der Höhe der Erpressungssumme wollten sich die Behörden nicht äußern. Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich, wie Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sagte. Es scheine sich nach bisherigen Erkenntnissen um regional agierende Täter aus Berlin oder Brandenburg zu handeln. Diese Tat sei besonders verwerflich.

Am Freitagnachmittag hatten Mitarbeiter einer Apotheke die Polizei über ein verdächtiges Paket informiert. Derartige Pakete sollten nicht geöffnet und nicht mehr bewegt werden. Ein Fahndungsaufruf soll noch bekannt gegeben werden.

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