Facebook bringt Chat-App für Kinder raus

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San Francisco - Facebook hat eine Spezialversion seines Messengers für Kinder präsentiert - sie ermöglicht den Eltern die Kontrolle über die Netzwerk-Kontakte ihres Nachwuchses. In einem Blog-Eintrag argumentiert Facebooks Public-Policy-Leiterin Antigone Davis, dass heutzutage viele Kinder in den USA bereits Apps nutzen, die eigentlich für ältere Nutzer gedacht sind.

Mit Messenger Kids wagt sich Facebook erstmals auf das Terrain der Unter-13-Jährigen vor.

Alles, was im Messenger passiert können Eltern verwalten und kontrollieren. Es besteht also nicht die Möglichkeit, dass beispielsweise für Kinder ungeeignete oder bedrohliche Inhalte geschickt und danach heimlich gelöscht werden.

Mit der Messenger-Kids-App können Videotelefonate und Chat-Konversationen gestartet werden. In der App soll zudem keine Werbung angezeigt werden, auch werden die Daten der Kinder nicht für Anzeigen ausgewertet, so Facebook in einer Mitteilung. Auch ein Facebook-Account wird mit der Nutzung des Messenger Kids nicht automatisch erstellt.

Mit Messenger Kids können Kinder mit Oma und Opa chatten.

Der Messenger bietet "Kinder-gerechte" Sticker, Gifs und Emojis. Ein Feature, das unter anderem Snapchat populär gemacht hat.

Nach den amerikanischen Bestimmungen zum Kinderschutz dürfen erst Personen ab einem Alter von 13 Jahren Online-Dienste wie Facebook nutzen. In der Praxis melden sich jedoch oft auch jüngere Kinder unter Angabe eines falschen Geburtsdatums an und setzen sich damit auch Gefahren aus.

Die Accounts im "Messenger Kids" können nur von den Eltern angelegt werden, und diese müssen auch jeden einzelnen neuen Kontakt freigeben, wie Facebook am Montag erklärte.

Die Online-Dienste, denen massiver Ärger mit der Verbraucherschutz-Aufsicht FTC droht, wenn sie Minderjährige auf ihren Plattformen nicht schützen, richten deswegen verstärkt geschützte Bereiche für jüngere Kinder ein. Allerdings löst das auch nicht alle Probleme: So musste etwa Googles Videoplattform Youtube jüngst feststellen, dass in ihren Dienst für Kids auch nicht kindgerechte Inhalte durchrutschten. Wann die App in weiteren Ländern startet, ist noch nicht bekannt.

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