Kartellamt legt Tickethändler Eventim die Zügel an

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Das Bundeskartellamt hat dem Tickethändler CTS Eventim die Verwendung von Exklusivvereinbarungen mit Vorverkaufsstellen und Veranstaltern von Live-Konzerten untersagt.

Nach Angaben der Behörde hat das Unternehmen in Verträgen mit Veranstaltern festgeschrieben, dass sie diese Tickets für ihre Konzerte ausschließlich oder zu einem erheblichen Anteil nur über das System von CTS Eventim vertreiben dürfen. Deshalb werde dem Unternehmen nun aufgegeben, die Verträge innerhalb von vier Monaten anzupassen.

CTS Eventim unterliege als Anbieter des mit Abstand größten Ticketsystems in Deutschland "besonderen Pflichten", erklärte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, am Montag. Die Entscheidung des Kartellamtes verkenne "den lebhaften Wettbewerb im Markt für Ticketdienstleistungen, der sich durch vielfache Markteintritte digitaler Anbieter aus dem In - und Ausland laufend weiter verschärft", erklärte das Unternehmen. Die Aktie des im M-Dax gelisteten Unternehmens gab zeitweise um 2,2 Prozent nach, zum Handelsschluss kostete sie 40,30 Euro und damit 1,5 Prozent weniger als zum Handelsstart. So werde nämlich die Marktmacht zulasten des Wettbewerbs ausgenutzt, befand das BKartA. "Wir bedauern sehr, dass sich die Behörde nicht ausreichend mit unseren starken Gegenargumenten auseinandergesetzt hat, zumal diese durch aktuelle Studien und ökonomische Gutachten gestützt werden".

CTS Eventim mit Verwaltungssitz in Bremen kritisierte die Entscheidung und kündigte an, vor Gericht auf eine Korrektur des Beschlusses hinzuwirken. Die übrigen Anbieter seien deutlich kleiner, größtenteils nur regional präsent und zum Teil auf Kooperationen mit CTS Eventim angewiesen. Dass die Ticketpreise wegen der Entscheidung des Bundeskartellamtes auf lange Sicht günstiger für den Verbraucher werden, glaubt Trippe nicht. CTS will gegen diese Entscheidung klagen. Durch das Verbot der Exklusivvereinbarungen würden nun bedeutende Ticketkontingente für den Vertrieb durch konkurrierende Ticketsysteme geöffnet.

Im November hatte das Bundeskartellamt CTS den Kauf der Konzertagentur Four Artists untersagt. Dadurch würde die Firma eine Kontrolle über weitere, relevante Ticketkontingente erhalten und ihre Marktposition weiter ausbauen, sagte Kartellamtschef Mundt damals.

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