Razzia gegen Dresden-Fans wegen Ausschreitungen in Karlsruhe

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Dresden. Mit einer bundesweiten Razzia haben Staatsanwaltschaft und Polizei Karlsruhe auf Ausschreitungen einer selbsternannten Dynamo-Armee beim Auswärtsspiel des Fußballvereins SG Dynamo Dresden beim Karlsruher SC Mitte Mai reagiert. Dabei waren die Marschteilnehmer einheitlich in militärähnlicher Tarnkleidung mit dem aufgedruckten Schriftzug "Footballarmy Dynamo Dresden" unterwegs. Die vorderste Reihe des Aufzugs präsentierte ein großes Transparent mit der Aufschrift "Krieg dem DFB". Dazu wurden - schwarzen Rauch ausstoßende - Nebeltöpfe eingesetzt, die zusammen mit rhythmischem Trommeln das militante Erscheinungsbild verstärkten.

Die den Marsch begleitenden Polizisten wurden aus der Menge heraus mit Pyrotechnik beworfen und beschossen. 21 Polizeibeamte erlitten hierbei schmerzhafte Knalltraumata, wie die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Polizeipräsidium Karlsruhe am Dienstag mitteilten.

Außerdem überrannte die selbsternannte Dynamo-Armee auf ein Signal hin "mit massiver Körpergewalt die Einlasskontrollen". Dabei wurden zahlreiche Ordnungskräften verletzt. So konnte Pyrotechnik auf die Ränge gebracht werden, die während des Spiels aus dem einheitlich uniformierten Gästeblock abgefeuert wurde. Dresdner Fans, die ohne Tarnkleidung in den Gästeblock kamen, wurden mit Körpergewalt hinausgedrängt. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und das Sprengstoffgesetz ermittelt. Sie werden beim Polizeipräsidium Karlsruhe von einer Ermittlungsgruppe "Dynamo" geführt.

Die Ermittlungsbehörden in Karlsruhe auf der Pressekonferenz zu den Hausdurchsuchungen in der Dynamo-Fan-Szene
Die Ermittlungsbehörden in Karlsruhe auf der Pressekonferenz zu den Hausdurchsuchungen in der Dynamo-Fan-Szene

Bei der jetzigen Razzia in 33 Wohnungen und Geschäftsräumen wurden zeitgleich auch Objekte in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz durchsucht. Der überwiegende Anteil der Durchsuchungsobjekte liegt dabei in Dresden und Umgebung. Sie richtete sich gegen mehr als 20 Tatverdächtige, teilten die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Karlsruhe am Dienstag mit. Am Morgen wurden sämtliche Durchsuchungsmaßnahmen gleichzeitig vollzogen.

Anlass für die Polizei-Aktion waren die Straftaten rund um die Zweitliga-Partie der Dresdner am 14. Mai beim Karlsruher SC (4:3).

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