Aus Freunden werden Feinde: Mozilla und Yahoo verklagen sich

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Nur weil es Yahoo im Grunde genommen nicht mehr gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass der Ex-Internet-Konzern nicht einen Gerichtsstreit mit der Open Source-Firma Mozilla vom Zaun brechen könnte. Er klagt zurück. Denn er glaubt, vertragsgemäß gehandelt zu haben.

Worum geht es? Mit dem der neuen Version des Browsers Firefox Quantum hat Mozilla - zumindest in den USA, Hongkong und Taiwan - nicht mehr die Suchmaschine von Yahoo standartmäßig vorinstalliert.

Hinzu soll außerdem die Tatsache kommen, dass im Zuge der Übernahme Yahoos durch Verizon auch die vereinbarten Zahlungen ausgeblieben sind. Yahoo will das nicht hinnehmen und brachte seinerseits eine Klage ein, in der Yahoo Vertragsbruch vorgeworfen wird, berichtet recode.

Dieser Betrag macht den größten Teil der Einnahmen Mozillas aus, das daraus die Weiterentwicklung von Firefox und anderer Projekte finanziert. In einem gestern veröffentlichten Blog ließ der Browser-Hersteller durch seine Rechtsabteilungschefin Denelle Dixon mitteilen, dass Mozilla von seinem Recht gebraucht gemacht habe, den Vertrag zu kündigen.

Mozilla erwiderte die Vorwürfe allerdings damit, dass man jedes Recht zu einer vorzeitigen Kündigung des Verträge gehabt habe.

Browserentwickler Mozilla und Suchmaschinenanbieter Yahoo liefern sich einen Rechtsstreit. Das war vergangenes Jahr tatsächlich eingetreten, als das Internetunternehmen vom US-Telekommunikationskonzern Verizon übernommen und zusammen mit AOL unter die Dachgesellschaft Oath zusammengeführt wurde. Laut Yahoo hat Mozilla das Unternehmen am 10. November informiert, dass der Vertrag terminiert sei - Yahoo forderte, sofort wieder als Standardsuchmaschine Verwendung zu finden. Denn auch das war im Vertrag unter der einstigen Yahoo-Chefin Marissa Mayer festgelegt worden: Dass der Internetkonzern dem Firefox-Macher selbst im Falle einer Vertragskündigung bis 2019 jährlich 375 Millionen US-Dollar zahlen muss.

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