ProSiebenSat.1 sucht Ausweg mit neuer Strategie

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Die wichtigste Neuerung: Im Bereich Entertainment wird das klassische TV-Geschäft mit der bisherigen Digital-Entertainment-Sparte zusammengelegt.

Im Zuge der Neuaufstellung will ProSiebenSat.1 über 50 Millionen Euro bis 2019/2020 einsparen. Damit will der Konzern auf das sich dynamisch verändernde Umfeld reagieren und profitables Wachstum sicherzustellen. Pro Sieben Sat 1 muss auf seinem Capital Markets Day Investoren und Analysten daher heute eine gute Story bieten, wie der Konzern seinen Wachstumskurs fortsetzen kann.

Entertainment: Hier werden die Bereiche TV Broadcasting, Distribution, Advertising Platform Solutions (AdTech), SevenVentures und Digital Platforms (etwa maxdome, 7TV App) gebündelt. Diese Aufstellung erscheint logisch, hat in einer zunehmend crossmedialen Welt eine Unterteilung doch immer weniger Sinn ergeben. ProSiebenSat.1 kämpft schon länger mit sinkenden Zuschauerzahlen. Hier legt ProSiebenSat.1 die Red Arrow Entertainment Group mit seinem eigenen Multi-Channel-Netzwerk Studio71 zusammen. Beides firmiert künftig als "Red Arrow Studios". Dabei will das Unternehmen die Synergien zwischen den 21 Produktionsfirmen, den Vertriebshäusern Red Arrow Studios International und Gravitas Ventures sowie Studio71, mit acht Milliarden Video Views, nutzen. Gleichzeitig ist man offen für Kooperationen und Co-Investments von neuen Partnern. Ziel ist der Portfolioausbau und die Beschleunigung des Wachstums im Commerce-Bereich.

Commerce: Im Commerce-Geschäft wird ProSiebenSat.1 unter dem Namen NCG - Nucom Group aktiv sein und die Tochterunternehmen künftig in vier Kategorien bündeln: Home Services & Mobility (Verivox, billiger-mietwagen.de, Käuferportal), Leisure & Relationships (mydays/Jochen Schweizer, Parship Elite Group, Amorelie), Health & Beauty (Flaconi, Windstar Medical) und Style (moebel.de, Stylight). Für das nach dem Verkauf von etraveli verbliebene Online-Reisegeschäft mit Pauschalreisen (weg.de/tropo) setzt ProSiebenSat.1 den Review-Prozess zu einem möglichen Verkauf fort.

Die vor gut einem Monat gesenkten Umsatzziele für dieses Jahr musste ProSiebenSat.1 unterdessen nicht nochmal anpassen und bestätigt diese wenige Wochen vor dem Jahresende.

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet ProSiebenSat.1 weiter einen Anstieg des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Den größten Teil seines Gewinns wird ProSiebenSat.1 nicht im Konzern behalten, sondern an seine Aktionäre ausschütten - von 80 bis 90 Prozent ist die Rede. Für das Jahr 2018 wird mittelfristig ebenfalls ein weiterer Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling erklärte im "Manager Magazin", dass es quasi zu einer Abspaltung des florierenden Digitalgeschäfts von ProSiebenSat.1 kommen könnte, so dass die Bahn frei für dessen potentiellen, alleinigen Börsengang ist. Euro Umsatz in den digitalen Geschäftsfeldern zugleich zu einer relevanten Größe in diesem Bereich aufgestiegen. Das alles war nur möglich, weil wir die Transformation und Diversifizierung des Konzerns seit 2009 systematisch vorantreiben. "Mit der Drei-Säulen-Strategie stellen wir ProSiebenSat.1 auch für die Zukunft wettbewerbsfähig auf", lobt der im Februar scheidende Vorstandschef Thomas Ebeling sein Abschiedswerk.

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