Steinhoff-Chef tritt nach neuen Unregelmäßigkeiten mit sofortiger Wirkung zurück

Einstellen Kommentar Drucken

Beim Möbelriesen Steinhoff geht es hoch her: Berichte über Unregelmäßigkeiten in der Bilanz, eine Untersuchung der südafrikanischen Finanzaufsicht wegen Insiderhandels - und nun auch noch der Rücktritt des Chefs. Ursprünglich wollte Steinhoff den Jahresabschluss heute ungeprüft vorlegen. Die Konzernleitung soll zunächst Chairman Christo Wiese übernehmen. Zudem gab der Aufsichtsrat am späten Dienstagabend in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass "in Bezug auf Bilanzunregelmäßigkeiten neue Informationen ans Licht gekommen sind". Diese machten weitere Nachforschungen erforderlich. Der Aufsichtsrat hatte zusammen mit den Wirtschaftsprüfern des Konzerns eine unabhängige Untersuchung über das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PWC) eingeleitet. Wann geprüfte Zahlen für 2017 vorgelegt werden können und ob Anpassungen der Vorjahre vorgenommen werden müssen, blieb offen. An die Anleger gerichtet hieß es, das Gremium könne versichern, dass "Steinhoff weiterhin weltweit zahlreiche profitable High-Quality-Unternehmen" betreibe.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz auf die Nachrichten.

Steinhoff ist ein Konzern mit Rechtssitz in Amsterdam und einem operativen Hauptquartier in Südafrika. In Deutschland ist Steinhoff vor allem durch seine Poco-Einrichtungshäuser bekannt. Im internationalen Geschäft liegt ein Schwerpunkt mittlerweile im Discount-Bereich.

Comments