Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul angekommen

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Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwochabend waren 27 Passagiere an Bord. Der Großteil soll aus Bayern kommen. Einer der beiden Afghanen mache in Lichtenfels eine Ausbildung und solle in sein Herkunftsland zurückkehren, obwohl Innenminister Joachim Herrmann zugesagt habe, Auszubildende nur in Extremfällen abzuschieben. Die Maschine soll über Tiflis in die afghanische Hauptstadt Kabul fliegen.

Mehrere hundert Demonstranten haben am Mittwoch im Frankfurter Flughafen gegen eine geplante Sammelabschiebung nach Afghanistan protestiert. Dabei waren Plakate mit der Aufschrift "Kein Mensch ist illegal" zu sehen.

Von Deutschland aus werden erneut Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben. Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil sich dort der Konflikt zwischen Regierung und islamistischen Taliban verschärft. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verteidigte die Abschiebungen. "Das ist auch richtig so, und wir werden diese Linie fortsetzen". Nach einem massiven Bombenanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul im Mai hatten Bund und Länder Abschiebungen auf Straftäter, Gefährder und sogenannte Identitätstäuscher beschränkt. Ein Sprecher der Grenzpolizei sagte, auch die Polizei wisse nichts über Straftaten von abgeschobenen Afghanen. "Wir schicken die Leute einfach ihres Weges". Auf afghanischer Seite gab es aber keine besonderen Maßnahmen.

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