Streit um die Stadt Jerusalem

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Damit begründen Muslime heute ihren Anspruch auf die Stadt.

Seit dem UN-Teilungsplan von 1947 gilt Israel als Territorium unter besonderer Verwaltung, dessen Status erst nach Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern geklärt werden soll.

Hier befindet sich die Knesset, der Sitz von Israels Präsident, das Oberste Gericht, die Hebräische Uni und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. In den ersten Jahren der islamischen Gemeinde beteten die Muslime auch in Richtung Jerusalems.

Der Name bedeutet "Stadt des Friedens" (vom hebräischen Schalom). Jerusalem war über Jahrhunderte für Juden in aller Welt mehr ein Fixpunkt, eine Vision, die Rückkehr in die Stadt nur ein Traum.

Kaum eine Stadt ist so heilig, so umstritten und de facto so geteilt wie Jerusalem - auch wenn israelische Politiker gerne das Gegenteil behaupten und von der Einigkeit der heiligen Stadt schwärmen. Sein Sohn Salomo baute dort den ersten Tempel als Zentralheiligtum. Jerusalem für 600 Jahre besetzt hielten. Zum Heiligsten im Judentum ist heute die Westliche Mauer in der Altstadt geworden, die frühere Westmauer des zweiten Tempels, der nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil errichtet wurde. Damit konnten zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten Juden wieder an der Klagemauer beten. Inzwischen gab es in der Stadt auch eine christliche Bevölkerung. Die britische Armee in Palästina hatte Jerusalem vollständig umzingelt. Den Christen wurde der Abzug aus der Stadt zugesichert.

Wegen dieser Reise nach Jerusalem gilt der Ort mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee als drittheiligste Stätte des Islam. Die Herrschaft über die Stadt hat oft gewechselt: Immer wieder wurde sie von neuen Herrschern erobert, seien es Stämme wie die Kanaanäer, der jüdische König David, islamische Kalifen oder die christlichen Kreuzfahrer. Das währte kurz: 1187 vertrieb Saladin, in Damaskus geborener Sultan von Ägypten, die Kreuzritter. 1920 übernahmen die Briten das Mandat vom Osmanischen Reich.

Die Palästinenser verlangen den Ost-Teil der Stadt für sich. Die arabischen Staaten lehnten den Plan ab. In der Unabhängigkeitserklärung steht das Versprechen, dass Israel die heiligen Stätten aller Religionen beschützt. Am Folgetag erklärten die arabischen Nachbarn Israel den Krieg.

Obwohl Jerusalem die bedeutendste Stadt Israels ist, gibt es dort derzeit keine einzige Botschaft. Deshalb ist es schwierig, von den USA aus und aus dem Blauen heraus Jerusalem als Haupstadt Israels anzuerkennen.

Bildlegende: Juden besuchen die Klagemauer um zu beten.

Die Klagemauer in Jerusalem. König David eroberte die Stadt etwa 1000 v.Chr. und machte sie zur Hauptstadt seines vereinigten Königreiches wie auch zum religiösen Mittelpunkt.

1988 gab Jordanien seine Besatzung Ostjerusalems auf. Andere Länder erkennen Jerusalem aber bisher nicht als Hauptstadt an. Hier könnte die Botschaft einziehen.

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