Bundestag debattiert über Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat

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Glyphosat bleibt in der EU weiterhin zugelassen - heute diskutiert der Bundestag, wie es in Deutschland mit dem Unkrautvernichtungsmittel weitergeht. Nach dem Alleingang von Schmidt beim Pflanzengift Glyphosat wird nun über Einschränkungen beim Einsatz von Neonikotinoiden diskutiert, die für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht werden. Im Bundestag haben sich seit der EU-Abstimmung mehrere Initiativen gegen Glyphosat gebildet. Deutschland würde damit dem Beispiel Frankreichs folgen. Anträge von SPD, Grünen und Linkspartei für ein Ende der Glyphosat-Anwendung in Deutschland und ein weiterer Antrag der FDP kommen nun zur Beratung in den Hauptüberschuss.

"Wir hoffen, dass es an dieser Stelle auch im Interesse der Gesundheit der Menschen in Deutschland einen Fortschritt gibt und sich die Union dem nicht versperrt", sagte SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles am Montag in Berlin.

"Vor dem Hintergrund des Insektensterbens und der Rolle, die Pflanzenschutzmittel dabei spielen, ist ein Verbot der Freilandanwendung von Neonicotinoiden die einzig richtige Schlussfolgerung der EU für Umwelt- und Verbraucherschutz", so die Sozialdemokratin Hendricks zur "Passauer Neuen Presse".

Darüber hinaus solle die Regierung "schnellstmöglich" Voraussetzungen für einen endgültigen Ausstieg schaffen, heißt es in dem Antrag der SPD.

Vor der Glyphosat-Debatte im Bundestag hat Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine Eindämmung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels angekündigt. Sie will unverzüglich alle nationalstaatlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Zulassung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel zu verbieten. Grünen-Experte Harald Ebner sagte am Sonntag, nach Schmidts "Brüsseler Egotrip" gehe es jetzt um Schadensbegrenzung.

Die Abgeordneten der FDP fordern die Bundesregierung hingegen auf, eine nationale Strategie für den Umgang mit dem Herbizid-Wirkstoff vorzulegen. Die Partei warnt in ihrem Antrag vor einem Verbot ohne "tragfähige Alternativen". Diese werde durch ein Amt genehmigt, das dem Landwirtschaftsministerium unterstehe - allerdings im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt, das wiederum zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums gehört.

Kann man sich auf die Untersuchungen verlassen?

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