Studie: 3D-Videospiele schützen vor Demenz

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Spezielle Computerspiele können im Alter dabei helfen, geistig fit zu bleiben. Das kanadische Team hatte ältere Menschen "Super Mario 64" spielen lassen und eine Zunahme der sogenannten Grauen Substanz in bestimmten Gehirnbereichen festgestellt. Eine Abnahme der Grauen Substanz - in Fachkreisen Substantia grisea genannt - hat Anteil an Alterskrankheiten wie Demenz.

Die Teilnehmer der Studie wurden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt. Der dritten Gruppe wurden über den Beobachtungszeitraum keine Aufgaben zugeteilt. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von sechs Monaten, wobei vor und nach der Testphase MRI-Scans und kognitive Leistungstests durchgeführt wurden.

Während bei den zockenden Testpersonen die Graue Substanz im Hippocampus und Kleinhirn zunahm und das Kurzzeitgedächtnis verbessert wurde, wuchs die Graue Substanz bei den Piano-Spielern im dorsolateralen präfrontalen Cortex und ebenfalls dem Kleinhirn. Die Forscher erhoffen sich durch die Studie vor allem neue Ansätze, wie das Risiko von Alzheimer reduziert werden könnte.

Bei den Super Mario-Spielern verbesserten sich demnach zudem Strukturen in einer Hirnregion, die für Bewegungen und Gleichgewicht zuständig ist. Es könne aber auch sein, dass die Einstellung gegenüber Computerspielen in dieser Generation grundsätzlich zu negativ sei, so die Forscher. Allein bei den Klavierspielern traten außerdem Verbesserungen in einem Bereich auf, der für Planungen und Entscheidungen wichtig ist. "Die gute Nachricht ist, dass wir solche Effekte wieder rückgängig machen können, wenn wir etwas neues lernen". Einige Probanden spielten Super Mario 64 sogar durch und wechselten im Anschluss auf Super Mario Galaxy. Mehr graue Substanz in bestimmten Hirnarealen könnte mit einer höheren Intelligenz zusammenhängen.

Der Hippocampus ist eine Gehirnregion, die neue Eindrücke als Erinnerung speichert und räumliche Informationen zu einer Art inneren Karte zusammenfügt. Ein Abbau im Hippocampus bringen Forscher hingegen mit Demenzerkrankungen in Verbindung.

Hans Förstl von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Technischen Universität München nimmt an, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, Computerspiele einzusetzen, um präventiv gegen Krankheiten wie Demenz vorzugehen. Gerade Senioren, die weniger mobil sind und sich deshalb in den immer gleichen Räumen bewegen, trainierten einen Teil des Hippocampus kaum. Denkbar seien auch speziell für Senioren entwickelte Computerspiele. Der Erhebung liegen die Ergebnisse der "Taxi-Fahrer-Studie" zugrunde, bei der man vor einigen Jahren festgestellt hat, dass Londoner Taxifahrer ihren Hippocampus trainieren, indem sie innere Karten der Stadt anlegen. Ebenfalls interessant: Aktuelle Studien zeigen, dass sich 3D-Computerspiele auch auf Hirnstrukturen bei jungen Menschen auswirken.

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