ICD-11: WHO will Spielsucht nach Videospielen kategorisieren

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2015 wurde ein 17-jähriger russischer Junge notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert und starb im Krankenhaus, nachdem er beim Spielen von Videospielen ins Koma gefallen war.

Als Definition der "Gaming Disorder" nennt die ICD-11 zum Beispiel "anhaltendes oder wiederkehrendes Digital- oder Videospiel", bei dem Betroffene die Kontrolle über Häufigkeit, Dauer oder Intensität verlieren. Ein solches Verhaltensmuster ist schwerwiegend und führt zu erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen, lautet die ICD-11.

Die derzeit gültige ICD-10 hat die WHO 2016 herausgegeben.

Die Weltgesundheitsorganisation will die Video- Spielsucht als Krankheit klassifizieren.

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Draft-Version der elften Fassung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten veröffentlicht, anhand derer ärztliche Diagnosen kodiert werden.

Die Aufnahme in den ICD-11 - wenn sie denn passiert, es handelt sich schließlich um eine Diskussionsgrundlage - bedeutet nicht, dass Computerspielen per se als schadhaft bezeichnet wird. Die Überkategorie "Mental, behavioural or neurodevelopmental disorders" hat verschiedene Unterkategorien. Das eigentliche Krankheitsbild gleicht dem der Glücksspielabhängigkeit nach Suchtverhalten bezüglich Online- und Offline-Videospielen. Weitere Symptome seien übermäßiges Priorisieren des Spiels, sodass andere Bereiche des Lebens vernachlässigt werden, oder fortgesetztes Spiel trotz negativer Konsequenzen. Laut WHO kann "Gaming Disorder" episodisch oder dauerhaft auftreten, eine Diagnose kann nach zwölf Monaten gestellt werden.

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