Mehrere Tote bei Ausschreitungen im Iran

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Auf sozialen Medien wurden zudem Videos veröffentlicht, die schwere Zusammenstösse zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten in Kahderidschan zeigen sollen.

Die Führung in Teheran kündigte an, hart gegen die landesweiten Proteste vorzugehen. Auf anderen Aufnahmen sollen Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten in der nordwestiranischen Stadt Choramdare zu sehen sein. In dem Bericht wurde nicht erwähnt, wo die Vorfälle passierten.

Trotz Warnungen der iranischen Behörden gingen seit Donnerstag Zehntausende Menschen auf die Straße.

Entzündet hatten sich die Demonstrationen an gestiegenen Preisen für Lebensmitteln und der hohen Arbeitslosigkeit.

IRAN ⋅ Die Strassenproteste im Iran gegen die Führung spitzen sich immer mehr zu.

Verabredet wurden die Proteste offenbar über die Messaging-App Telegram, die in dem repressiven Staat sehr verbreitet ist, da sie anders als Facebook oder Twitter schwerer zu zensieren ist. Sie seien in der Nacht zum Montag in der Stadt Iseh in Südwestiran getötet worden, sagte Hodschatollah Chademi der Nachrichtenagentur Ilna. Allein in Teheran wurden zuletzt rund 200 Menschen festgenommen. Laut Online-Medien waren am Abend kleinere Gruppen von Demonstranten in der Innenstadt unterwegs und skandierten regierungsfeindliche Parolen. "Wir haben eure Probleme gehört", sagte der Politiker am Sonntag an die Demonstranten gerichtet.

Die Regierung des Iran-Erzfeindes USA betonte das Recht des iranischen Volkes auf friedliche Meinungsäußerung.

Am Donnerstag waren bei regierungskritischen Protesten in Mashhad mindestens 52 Menschen festgenommen worden.

Der Iran verurteilte die Unterstützung der USA für die Proteste im Land scharf. Sie richteten sich zunächst gegen die Wirtschafts- und Außenpolitik der Regierung Ruhani, wurden aber zunehmend systemkritisch. Heftige Kritik gibt es vor allem an der iranischen Nahostpolitik. Israel wirft dem Iran vor, mit Waffenlieferungen in den Gazastreifen zu einer Eskalierung des Konflikts mit militanten Palästinensern beizutragen.

US-Präsident Donald Trump kommentierte auf Twitter, die Menschen in Iran würden endlich begreifen, "wie ihr Geld und ihr Wohlstand gestohlen und für Terrorismus verschwendet wird". Jemand, "der von Kopf bis Fuß" gegen den Iran sei, sollte nun nicht den Besorgten vorheucheln, so der Kleriker. "Wie es aussieht, werden sie es nicht länger hinnehmen".

Am Abend übte Trump Kritik am Iran wegen Beschränkungen des Internets. Viele Iraner hatten keinen Zugang mehr zum Netz. Das Innenministerium bestätigte, dass aus Sicherheitsgründen vorläufig das Internet beschränkt werde.

Es gebe viele Berichte über friedliche Proteste iranischer Bürger, die genug hätten von der "Korruption des Regimes und seiner Verschwendung des Reichtums der Nation zur Terrorfinanzierung im Ausland". Innenminister Fasli sagte, wer die Ordnung störe, werde dafür bezahlen. Dies könne nicht geduldet werden.

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