Deutsche Bank erwartet wegen US-Steuerreform Jahresverlust

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Doch nicht nur die steuerlichen Effekte belasten die Deutsche Bank. Sie konnte diese aber als Verlustvorträge nutzen, um die Steuerlast auf ihre US-Geschäfte über Jahre zu drücken.

Frankfurt/Main. Die US-Steuerreform unter Präsident Donald Trump brockt der Deutschen Bank einen Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr ein.

Andere deutsche Großkonzerne hatten dagegen Grund zum Jubel, da ihre Gewinne nicht mehr so hoch besteuert werden.

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Die vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2017 wird die Deutsche Bank am 2. Februar 2018 veröffentlichen. Zum Jahresende seien die Schwankungen an den Kapitalmärkten gering gewesen. Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Aktien sowie dem Finanzierungsgeschäft dürften etwa 22 Prozent geringer ausfallen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, so die Deutsche Bank.

Damit wird klar: Das Investmentbanking - einst der Goldesel der Bank - bleibt schwach. Hier machen sich ein schwaches Ertragsumfeld, höhere bereinigte Kosten sowie ein Verlust aus dem Verkauf des Privat- und Firmenkundengeschäfts in Polen bemerkbar. Dass die Bank für 2017 insgesamt noch einen Vorsteuergewinn erwartet, ist für die Aktionäre da nur ein schwacher Trost. Die Neubewertung der latenten Steueransprüche in den USA dürfte die harte Kernkapitalquote (CET 1) um rund 0,1 Prozentpunkte reduzieren. Erst zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) dem Geldhaus höhere Kapitalpuffer verordnet, auch weil es an den Kapitalmärkten zu den international besonders stark vernetzten Häusern gehört. Auswirkungen auf die Fähigkeit der Deutschen Bank, die fälligen Zahlungen auf bestimmte Nachranganleihen (Additional Tier 1) zu leisten, werden nicht erwartet. Im Herbst 2016 waren die Risikoaufschläge dieser Papiere in die Höhe geschossen, da Anleger nach einer milliardenschweren Geldstrafe für die Deutschen Bank in den USA nervös wurden. Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen rutschte nach der Meldung am Freitag deutlich ab und baute ihre Verluste auf rund 4,7 Prozent aus. So weit - so die Botschaft der Deutschen Bank - ist es nun lange nicht.

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