Türkischer Banker in den USA schuldig gesprochen

Einstellen Kommentar Drucken

Nach dem Schuldspruch für einen türkischen Banker in New York wegen illegaler Geschäfte mit dem Iran drohen neue Spannungen zwischen Washington und Ankara.

Das letzte Wort scheint hier allerdings noch nicht gesprochen zu sein: "Wir sind enttäuscht über das Urteil und haben vor, Berufung einzulegen", sagt Atillas Anwältin Cathy Fleming der Deutschen Presse-Agentur. Bereits die Verhaftung Attilas hatte die türkische Regierung als "komplett politisch" motiviert kritisiert.

Drei Wochen dauerte die Verhandlung, vier Tage lang beriet die zwölfköpfige Jury. Sie befand Atilla unter anderem des Bankbetrugs und der Verschwörung zur Geldwäsche und der Umgehung von Sanktionen für schuldig. Während des Prozesses hatte Zarrab ausgesagt, dass türkische Regierungsvertreter bestochen worden seien. Dieser bekannte sich dann aber überraschend für schuldig und trat als Belastungszeuge auf.

Im Verfahren vor dem Geschworenengericht sagte er aus, dass der türkische Präsident und damalige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den illegalen Geschäften 2012 zugestimmt habe. Bei Twitter schrieb er, die Entscheidung sei ein Beweis dafür, dass die USA, der US-Geheimdienst CIA und die US-Bundespolizei FBI mit dem Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen zusammenarbeiteten. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 in der Türkei verantwortlich, die USA verweigern seine Auslieferung. Die US-Staatsanwaltschaft wirft Zarrab vor, große Mengen Gold in den Iran gebracht zu haben, um iranische Öl- und Gasexporte zu bezahlen. April wird Richter Richard Berman über das Strafmaß entscheiden. Die türkische Justiz hatte kurz nach Beginn des Prozesses ein Verfahren gegen Zarrab wegen "Spionage" eröffnet und sein gesamtes Vermögen in der Türkei beschlagnahmt. Laut der Anklage wurden diese Geschäfte über die Halkbank abgewickelt, dabei habe Atilla eine zentrale Rolle gespielt. "Er hat ein sehr professionelles Verteidigungsteam aus mehr als acht Anwälten", die "wachsam und aggressiv" seien. An den Deals seien auch zwei weitere türkische Banken beteiligt gewesen. Staatsanwalt Joon Kim lobte den "vollständigen, fairen und offenen Prozess" und sagte, das "massive und dreiste System riss ein Milliarden-Dollar-Loch in die Sanktionsregelung gegen den Iran".

Comments