Angeklagter gesteht Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus

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Im Prozess um den Splitterbombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat der Angeklagte die Tat gestanden, aber jede Tötungsabsicht bestritten. Er habe einen Anschlag vortäuschen wollen und dafür die Sprengvorrichtungen "extra so konzipiert, dass keine Personenschäden zu erwarten waren". Nur sein Anwalt hatte gesagt, sein Mandant habe nicht töten, sondern die Mannschaft nur "erschrecken" wollen.

Er habe lediglich dafür sorgen wollen, dass die Aktien des BVB an Wert verlieren.

Die Staatsanwaltschaft wirft W. versuchten Mord in 28 Fällen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und schwere Körperverletzung in zwei Fällen vor.

Der Dortmunder Mannschaftsbus hatte das Hotel l'Arrivee am 11. April 2017 gerade Richtung Stadion für das Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco verlassen, als um 19.16 Uhr in einer Hecke drei Sprengsätze detonierten. Der spanische BVB-Innenverteidiger Marc Bartra hatte einen Armbruch und Fremdkörpereinsprengungen erlitten, ein begleitender Polizist ein Knalltrauma. Bei der Explosion waren Metallsplitter in den Bus eingedrungen. Einer der Bolzen schlug in Bartras Kopfstütze ein. Laut Anklage spekulierte Sergej W.im Falle eines erfolgreichen Attentats mit vielen Toten und Verletzten auf einen sinkenden Kurs der Aktien von Borussia Dortmund. Wäre der Kurs tatsächlich auf einen Euro abgerutscht, hätte der 28-Jährige über eine halbe Million Euro Gewinn gemacht.

Im Saal 130 des Landgerichts Dortmund sind 18 Prozesstage angesetzt, dem Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe. Mehrere BVB-Spieler haben sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen, der Verein lässt sich durch seine Anwälte vertreten.

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