EZB verkauft Steinhoff-Anleihen

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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Bestand an Anleihen des kriselnden Möbelhändlers Steinhoff mit Verlust verkauft, wie aus am Montag veröffentlichten Daten der Notenbank hervorgeht.

Nicht bekannt ist, mit welcher Summe die EZB investiert war. Die Regularien der Notenbank sehen vor, dass maximal 70 Prozent einer einzelnen Unternehmensanleihe erworben werden dürfen.

Auch eine EZB ist offensichtlich vor Fehlentscheidungen beim Anleihekauf nicht gefeit, wie der Erwerb von Steinhoff-Anleihen zeigt. Nach dieser Bewertung unterliegen die Verbindlichkeiten des Konzerns einem hohen Ausfallrisiko und erfüllen damit nicht mehr die Mindestanforderungen (BBB-/Baa3/BBBL) der EZB. Nach den internen Regeln kommen für Käufe nur Anleihen infrage, die von mindestens einer großen Ratingagentur das Gütesiegel "Investmentgrade" für gute Bonität bekommen haben. Jänner hielten sie insgesamt Papiere im Volumen von 131,9 Mrd. EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Dezember Verluste mit den Papieren eingeräumt.

Steinhoff steht erheblich unter Druck der Banken, nachdem Zweifel an den Bilanzen vor allem im Europageschäft aufgekommen waren.

Nachdem bilanzielle Unregelmäßigkeiten bei Steinhoff auftauchten, stufte Moody's das Rating von Steinhoff am 7. Dezember 2017 auf Non-Investment-Grade "B1" herab, gefolgt von weiteren 3 Stufen nach unten am 28. Dezember auf "Caa1".

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