Afrikanische Schweinepest droht auch in der Schweiz

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In Estland, Lettland und Litauen waren es nach Angaben des bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für Tiergesundheit allein 2017 fast 4000.

Aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest haben Jäger entlang der Autobahn 2 bei Bielefeld Wildschweine ins Visier genommen. "Wildschweine, die das Virus in sich tragen und lange Strecken zurücklegen, können Hausschweine anstecken".

Der Deutsche Bauernverband warnt vor möglichen Milliardenschäden durch die Afrikanische Schweinepest. Werden Tiere in einem Stall befallen, muss der ganze Bestand geschlachtet werden.

In den Ursprungsländern wird das Virus von Lederzecken übertragen. Weitere Übertragungswege sind das Verfüttern von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen. In Europa erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren über Blut und Sekrete.

Das Loeffler-Instiut nennt als Infektionsquellen außerdem Transportfahrzeuge oder kontaminierte Kleidung. Mit der Verringerung des Bestandes wollen die Behörden das Risiko einer Seuche mindern. Deutschland drohe ein "wirtschaftlich katastrophales Szenario", sagte Bernhard Krüsken von Deutschen Bauernverband (DBV) gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Exportländer würden Schweinefleisch nicht mehr abnehmen, in Deutschland würden die Preise drastisch fallen. Der große Ausbruch der klassischen europäischen Schweinepest vor 20 Jahren in den Niederlanden hat Schäden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Einschließlich der Einbußen für Wursterzeuger, Lebensmittelhersteller und Einzelhändler sowie der Kosten für die Seuchenbekämpfung sei von einem zweistelligen Milliardenbetrag auszugehen. Der Verband befürchtet eine neue Existenzkrise für viele Unternehmen. Im Kampf gegen die Seuche würden an Lkw-Fahrer aus den betroffenen Ländern Handzettel verteilt. Sie ist hochgradig ansteckend, der Erreger extrem überlebensfähig, ein Impfstoff nicht vorhanden. Außerdem habe man eine Übung mit den Landesministerien abgehalten, um die Kommunikation zu verbessern, schreibt die "SZ". Der Bauernverband fordert deshalb einen strengeren Kampf gegen die Seuche.

Auch ökologisch wirtschaftende Betriebe, die im Sinne der Kreislaufwirtschaft oft nur wenige Tiere halten, wären betroffen: "Das Infektionsrisiko ist genauso hoch wie in der konventionellen Landwirtschaft, die Biobauern sind ausgesprochen beunruhigt", sagt Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). So sollten Jäger mit Prämien motiviert werden, mehr Wildschweine zu schiessen.

Mecklenburg-Vorpommern hat eine Präventivmaßnahme beschlossen: eine Abschussprämie für Wildschweine. In Bayern stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dort wurde Anfang des Jahres 2018 die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben. Experten sehen die Gefahr einer Einschleppung der Seuche nach Deutschland.

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