Cannabis auf Rezept überraschend stark nachgefragt

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Wie die "Rheinische Post" berichtet, stellen immer mehr Menschen bei ihrer Krankenkasse Antrag auf die Kostenübernahme dafür. Die "Rheinischer Post" stütz sich auf eine Umfrage mit den größten gesetzlichen Krankenkassen Techniker Krankenkasse (TK), Barmer und AOK-Bundesverband.

Schwerkranke können seit März 2017 Medizinalhanf auf Rezept erhalten. Es kann seitdem zum Beispiel in Form der Blüten zu Lasten der Krankenversicherung verordnet werden.

Das ist weit mehr als ursprünglich angenommen: Vor der Zulassung als Medikament hatten lediglich rund 1.000 Patienten eine Ausnahmegenehmigung für den Erwerb von Cannabis. Man hatte mit knapp 700 Patienten pro Jahr gerechnet, die Cannabis auf Rezept benötigen.

7600 Anträge gingen laut Umfrage bei den AOK-Kassen ein. Die Barmer erreichten demnach bis Ende 2017 rund 3.200 Anträge, davon wurden knapp 62 Prozent anerkannt. Der TK lagen bis Ende November rund 2200 Anträge auf Kostenerstattung vor. Ablehnungsgründe waren meist unvollständige Anträge oder Zweifel an der Notwendigkeit einer Cannabis-Therapie.

Cannabis ist legal, zumindest teilweise. Auch bei Multipler Sklerose, Rheuma und zur Linderung von Schmerzen und Übelkeit bei einer Chemotherapie wird Cannabis eingesetzt. Dafür erteilen die Kassen allerdings keine Genehmigung. Cannabis sei aber kein Allheilmittel. Es handele sich dabei um eine Gratwanderung zwischen Zugang und Missbrauch.

Am Vorgehen der Kassen gibt es aber auch Kritik. "Ich halte es für falsch, dass die Krankenkassen die Verordnung eines Arztes noch einmal prüfen", so die Politikerin, die selbst Fachärztin für Psychiatrie und Psychologie ist.

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