Causa Leo Windtner: Alles nur Intrige?

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"Wir ermitteln wegen des Vorwurfs, dass Verantwortliche des ÖFB von Verantwortlichen der Fifa 100.000 Dollar im Zusammenhang mit der Wahl des Fifa-Präsidenten gefordert hätten", sagte eine Sprecherin der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

In der Stellungnahme des ÖFB gegenüber den "90minuten.at" und "Addendum" hieß es, dass Leo Windtner in einer Sitzung des ÖFB-Präsidiums am 7. Dezember des Vorjahres darüber informiert habe, dass eine Anzeige des Eisenbahnersportvereins Wels bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien gegen ihn vorliege. Die Zahlung sei 2015 kurz vor Blatters Wiederwahl als Fifa-Boss auf einem Konto der Linzer Oberbank eingegangen. Das Geld sei einem sozialen Projekt in Afrika zugeordnet, dessen Schirmherrin Windtners Ehefrau sei, heißt es in der Anzeige. Denn: "Der Anzeigeerstatter verweist dabei selbst auf eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung des Sportvereins durch den oberösterreichischen Fußballverband, die somit Anlass für die Anzeige war", so Windtner. Die FIFA soll damals 100.000 US-Dollar auf das Konto einer österreichischen Hilfsorganisation eingezahlt haben, die sich um die Förderung von Fußballtalenten in Afrika kümmert. "Es ist alles transparent gelaufen und jeder Cent belegt", erklärt der 67-Jährige.

Windtner bezeichnet die Anzeige als Rundumschlag des Vereins, der zuvor durch den Verband vom Meisterschaftsbetrieb ausgeschlossen worden sei. Zum Vorwurf der entstandenen schiefen Optik meint er: "Ich habe Blatter weder ein Versprechen noch eine Zusage gegeben". Unvereinbarkeit? Stimmenkauf? Umso verwunderlicher ist es, dass seine sonst so mitteilungsfreudigen Landesfürsten partout jetzt schweigen.

Auf die Frage, ob er im Falle eines etwaigen Schuldspruchs zurücktreten werde, lautete Windtners Antwort: "Soweit habe ich nicht vorgedacht, weil ich mir nichts vorzuwerfen habe". Der damalige Generaldirektor Alfred Ludwig habe Windtner aber informiert, dass der ÖFB nicht in das Hilfsprojekt involviert sei. Doch Ablauf, Konten und fragwürdige ÖFB-Kommunikation lassen aufhorchen.

Windtner, der dem ÖFB seit 2009 als Präsident vorsteht und für den die Unschuldsvermutung gilt, hat dazu Stellung genommen. Kurz darauf sei Windtner beim Uefa-Kongress in Wien an Blatter herangetreten. Am Tag danach sei das Geld laut den Medienberichten direkt an die Hilfsorganisation überwiesen worden.

Der ÖFB überwies das Geld daher im März 2015 wieder an die Fifa zurück.

Es geht um eine "Spende" des Weltverbands Fifa, freigegeben 2015 durch den gerade erbittert wahlkämpfenden Joseph Blatter. Bestätigt ist dies allerdings nicht. Der Schweizer führte den Weltverband von 1998 bis 2016. Ein Berufungsgericht reduzierte diese Sperre jedoch um zwei Jahre.

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