Deneuve und andere werben für "Freiheit zu belästigen"

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Einen bemerkenswerten Beitrag zur Debatte über sexuelle Übergriffe durch Männern leisten prominente französische Frauen: Sie fordern eine "Freiheit auf Belästigung".

"Vergewaltigung ist ein Verbrechen", heißt es in dem Text. "Aber eine beharrliche oder ungeschickte Anmache ist nicht strafbar". "Als Frauen erkennen wir uns nicht in diesem Feminismus, der über die Anprangerung von Machtmissbrauch hinaus das Gesicht eines Hasses auf Männer und die Sexualität annimmt". Die "Freiheit, jemandem lästig zu werden" sei jedoch "für die sexuelle Freiheit unerlässlich".

In Frankreich sorgen die Vorwürfe gegen den ehemaligen Film- und Fernsehmogul Harvey Weinstein in den USA für große Aufmerksamkeit.

In dem Text heißt es, dass die Unterzeichnerinnen die #MeToo-Debatte grundsätzlich begrüßen, die ein legitimes Bewusstsein für sexuelle Gewalt gegen Frauen geschaffen habe. Allerdings habe #MeToo in der Presse und den sozialen Netzwerken auch eine "Kampagne der Denunziation und öffentlicher Anschuldigungen" ausgelöst. Die Beschuldigten seien dabei auf eine Stufe mit sexuellen Aggressoren gestellt worden, ohne antworten oder sich verteidigen zu können.

Die aktuelle Kampagne gegen sexuelle Übergriffe durch Männer spiele nur religiösen Extremisten in die Hände, meint Catherine Deneuve. Unterschrieben haben demnach insgesamt rund 100 Frauen - darunter etwa Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen, und auch Catherine Deneuve.

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