IG Metall ruft zu Kundgebung bei Porsche auf

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Nach Ansicht des Verbands ist der geforderte Lohnausgleich bei Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden illegal, weil ungerecht gegenüber bereits Teilzeit arbeitenden Beschäftigten.

Die Arbeitgeber halten die Forderung nach verkürzter Stundenzahl außerdem für rechtswidrig.

Chemnitz. Mit einer ersten großen Welle von Warnstreiks erhöht die IG Metall im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie kurz vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde am Donnerstag den Druck auf die Arbeitgeber. Am Dienstag legten allein in Saarbrücken zwischen 2500 und 3000 Beschäftigten nach Angaben der Gewerkschaft die Arbeit vorübergehend nieder. Die Beschäftigten in anderen Betrieben "scharren schon mit den Hufen". Am Dienstag beteiligten sich demnach in Bayern rund 6000 Menschen an den Streiks. Hoch war die Streikbeteiligung unter anderem auch in Baden-Württemberg, im Saarland und in Berlin.

Bislang ist die IG Metall nur für die rund eine Million Schichtarbeiter geworden: Jeder soll fünf Freischichten pro Jahr erhalten, auf unterem Niveau bezahlt, was über den Daumen rund 750 Euro pro Fall ausmachen würde. Das Justitiariat der IG Metall hat den Sachverhalt unterdessen nochmals intensiv geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass die Tarifforderung und folglich auch Warnstreiks dafür zulässig sind. Anders als im Arbeitgebergutachten behauptet, ist die Forderung eine Chance für familien- und gesundheitsförderliche Arbeitszeiten in den Betrieben, von der Frauen mindestens ebenso profitieren würden wie Männer. Nicht die Arbeitgeber hätten die hohen Gewinne erwirtschaftet, sondern die Beschäftigten.

Das lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab. Immer noch müssen ostdeutsche Tarifbeschäftigte für das gleiche Geld drei Stunden in der Woche länger arbeiten als ihre Kollegen im Westen. Sie haben bisher Lohnzuwächse von zwei Prozent und eine Einmalzahlung angeboten sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt. Die Arbeitgeber hätten sich beim Thema Arbeitszeit "auf eine komplette Vetoposition zurückgezogen und versuchen, ihre Haltung mit Rechtsgutachten zu untermauern", sagte er dem "Handelsblatt". Morgen sollen in Bayern Aktionen auch bei Audi und BMW stattfinden. Der Experte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht daher die Tarifbeschäftigten bei den Verhandlungen in einer starken Position.

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie haben bundesweite Warnstreiks begonnen.

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