Olympia-Start ungewiss: Die Leiden des Ole Einar Björndalen

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"Ich spüre einen sehr großen Druck". In der Oberhof-Staffel wurde er aber gar nicht mehr aufgestellt, obwohl er laufen wollte. "Der Kannibale", wie Björndalen genannt wird, ist handzahm geworden. "Ich glaube, dass ich weiter an der Spitze dabei sein kann", hatte er damals zum Rücktritt vom Rücktritt gesagt. Er fühle sich wie ein 20-Jähriger. Zwei Jahre später sieht's anders aus.

Denn was fast an Majestätsbeleidigung grenzen würde, könnte bald Realität werden. Seit 1994 war er immer dabei, 2014 holte er vor dem Tiroler Dominik Landertinger noch Sprint-Gold. Doch eine Sonderbehandlung erhält auch die Ikone nicht. Und die zeigt er derzeit nicht. "Es gibt keinen Freifahrtschein für ihn", sagte Norwegens Biathlon-Sportchef Per Arne Botnan: "Wenn er außer Form ist, bezweifle ich, dass er zu den Olympischen Spielen fahren wird".

Am Mittwoch in Ruhpolding bekommt er im Einzel (20 km, 14.15 Uhr, ORF eins, Eurosport) die wohl letzte Chance zur Qualifikation.

Björndalen hätte für das Olympia-Ticket zumindest zweimal unter den besten Zwölf landen müssen, kam aber in der laufenden Saison nie über Rang 18 hinaus. Einzig beim Staffelsieg in Hochfilzen lieferte er einen guten Auftritt ab. Aber sechs Norweger haben schon mehr Weltcup-Punkte als Björndalen.

Mit seiner längst qualifizierten Frau Darja Domratschewa bestritt er die Saisonvorbereitung außerhalb des Teams.

Bei den Meisterschaften sollte Northug eigentlich beweisen, dass er fit genug für einen Platz im starken norwegischen Team ist. Teamkollege Bö hofft dennoch, dass "König Ole" in Pyeongchang ab 9. Februar dabei sein wird und meinte: "Olympia ohne Ole ist kein Olympia". "Olympia ohne Ole ist kein Olympia", sagte er.

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