Schumacher-Kartbahn muss endgültig Tagebau weichen

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Unbarmherzig rückt der Braunkohletagebau vor. Bei Schumi, wie der 49-Jährige liebevoll von seinen Fans genannt wird, war es eine unspektakuläre Kartbahn in Kerpen, die Schumi als Dreikäsehoch seine ersten Gehversuche im Motorsport ermöglichte.

Auch die Hoffnungen auf einen neuen Standort haben sich zerschlagen: "Es gibt keine neue Kartbahn", so der Jugendwart der Bahn, Ralf Schumacher, gegenüber dem "Express": "Die gemeinsame Suche mit RWE hat zu keinem von der Bevölkerung mitgetragenen neuen Standort geführt". Doch jetzt muss die Schumi-Kartbahn in seinem Heimatort Kerpen dem Braunkohle-Tagebau Hambach weichen.

Das Aus für die Sportstätte, auf der Generationen von Jungs und Mädels das Rennsport-ABC lernten und die sechs Formel-1-Fahrer hervorbrachte.

Michael und Ralf Schumacher sowie ihre Söhne Mick und David hatten ihre Kart-Karrieren auf dem Erftlandring in der Nähe von Köln begonnen. "Hier sterben Tradition und erfolgreiche Jugendförderung gleichzeitig".

Der Kerpener Erftlandring, auf dem Michael Schumacher seine Karriere begann, muss dem Braunkohle-Abbau weichen.

"Das wird bei unserer Jahreshauptversammlung am 1. Februar Thema sein", bestätigte Clubsprecher René Köhler (43) der Zeitung. "Eine Entscheidung gibt es noch nicht".

Ob Michael Schumacher seine Anteile ebenfalls veräußern wird, steht laut seiner Managerin Sabine Kehm noch nicht fest.

Schätzungen für das 20-ha-Grundstück mit der 1107 Meter langen Rennstrecke, dem Firmengebäude von Karthändler Noack und der lange Jahre vom im Vorjahr verstorbenen Ritchie Schnock (†72) geführten Gaststätte belaufen sich auf acht bis zwölf Millionen Euro. Was wir brauchen, ist eine Kartbahn. Nun steht laut einem Bericht fest: Es wird keinen Neubau geben. Protesten von Anwohnern verworfen werden.

Kerpens Bürgermeister Dieter Spürck (51, CDU) lehnte eine neue Kartbahn auf dem Stadtgebiet ab und schob die Verantwortung der Bezirksregierung und RWE zu.

Er favorisierte wie andere Fraktionen den Verbleib am jetzigen Standort: "Das würde eine Reduzierung des Abbaugebietes des Tagebaus um nur rund 0,25 Prozent bedeuten". All dies führt zum Aus für die Schumi-Bahn.

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