Brexit gefährdet 14.000 Arbeitsplätze in Zulieferer-Industrie

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"Der Brexit stellt eine große Gefahr für Jobs in der österreichischen Automobilzulieferindustrie dar", so Ben Trask, Brexit-Experte von Deloitte Österreich, gegenüber der APA. Außerdem stünde der heimischen Autozulieferindustrie ein Umsatzrückgang von rund 480 Millionen Euro ins Haus, wie aus einer aktualisierten Analyse der Beraterfirma Deloitte hervorgeht.

Grund sei die starke Verflechtung deutscher Zulieferer mit deutschen, britischen und anderen europäischen Automobilproduzenten auf zwei Ebenen.

Sinke der Absatz von Automobilen, sinke zwangsläufig auch der Absatz der Zulieferer. Jedes fünfte in Großbritannien verbaute Automobilteil stamme aus deutscher Produktion.

Die Einführung von WTO-Handelszöllen sowie eine dauerhafte Abwertung des Pfunds führte dann zu einem deutlich sinkenden Autoabsatz. So beliefern deutsche Zulieferer die britische Autoindustrie direkt und sind zudem indirekt an der Produktion deutscher und anderer europäischer Exportwagen nach Großbritannien beteiligt. Der Umsatz, den deutsche Zulieferer aufgrund der britischen Automobilproduktion und des Marktes erzielten, belief sich 2016 auf 16,9 Mrd. Zugleich produzierten dort rund 30 der größten deutschen Zulieferer und seien somit unmittelbar an der dortigen Herstellung beteiligt.

Wien/London. (apa/kle) Im Fall eines harten Brexit wären in der österreichischen Autobranche zirka 1000 Arbeitsplätze gefährdet. Insgesamt 42.500 Arbeitnehmer seien mittelbar und unmittelbar vom Handel mit Großbritannien abhängig: 15.700 Mitarbeiter durch direkte, weitere 26.800 durch indirekte Lieferbeziehungen über die Beteiligung an der deutschen sowie EU-Autoproduktion für die Insel. "Dies entspricht einem Rückgang von rund 5 Prozent der aktuellen Gesamtumsätze der deutschen Zuliefererbranche", ergänzt Dr.

Käme es zu einem harten Brexit ohne spezielle Abkommen und Übergangsregelungen, dafür mit WTO-Zöllen und Wechselkurschwankungen, beträfe dies sowohl Im- wie Exporte des Königreichs. Auf Autos würden demnach rund zehn Prozent und für Fahrzeugteile 4,5 Prozent fällig, was laut Deloitte einen Preisanstieg um 21 Prozent zur Folge hätte. Aufgrund der möglichen Preissteigerungen, würden deutsche und europäische Automobilproduzenten etwa 650.000 Fahrzeuge in UK weniger in UK absetzen und die britische Automobilindustrie würde rund 120.000 Autos weniger produzieren. Für die deutschen Autozulieferer würde das einen Rückgang der Umsätze um 23 Prozent von 16,4 auf 12,6 Milliarden Euro im Großbritannien-Geschäft bedeuten, sagte Deloitte-Chefökonom Alexander Börsch.

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