Neuer Prozess um Gruppenvergewaltigung ohne Öffentlichkeit

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Das 14-jährige Mädchen hatte zur Tatzeit unter der Obhut des Jugendamtes gestanden.

Im Februar 2016 vergewaltigen vier junge Männer auf einer Party ein 14-jähriges Mädchen - danach legen sie ihr Opfer bei Eiseskälte in einem Hinterhof ab. Ein Bewohner wurde auf das schreiende Mädchen aufmerksam und verständigte die Polizei.

Im Krankenhaus musste das Mädchen auf der Intensivstation behandelt werden.

Demnach hatten sich drei Jugendliche und ein junger Mann am 11. Februar 2016 an dem betrunkenen Mädchen vergangen und die Taten in einer Wohnung mit dem Handy gefilmt. Nun müssen sich die Täter von Mittwoch an erneut vor Gericht verantworten. Nach den beiden übrigen Tätern fahndet die Polizei öffentlich.

Knapp zwei Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg hat ein neuer Prozess gegen die fünf mutmaßlichen Täter begonnen. Im Oktober 2016 werden die vier Jugendlichen zu Haftstrafen von ein bis zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, ein 21-Jähriger muss für vier Jahre ins Gefängnis. Auch das Verhalten der Angeklagten sorgte für Empörung: Sie ließen sich nach der Urteilsverkündung im Gerichtssaal von Angehörigen und Freunden regelrecht feiern. Auch diesmal gab es für die Angeklagten wieder Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis. Im Internet protestieren nach dem ersten Prozess Zehntausende in einer Online-Petition gegen die Urteile. Dann legten drei der Angeklagten ihr Opfer frühmorgens bei eisiger Kälte in einem Hinterhof ab. Denn der Bundesgerichtshof hatte im vorigen Juni die Urteile des Hamburger Landgerichts zwar aufgehoben, die Feststellungen zum Tatgeschehen jedoch bestätigt.

Nach einer Gruppenvergewaltigung in Hamburg beginnt nun der Revisionsprozess. Es geht dabei um eine rechtliche Neubewertung.

Der Bundesgerichtshof hat das Landgericht unter anderem aufgefordert, auch den Straftatbestand der Aussetzung zu prüfen: Von Aussetzung spricht man, wenn jemand eine Person in eine hilflose Lage und in Lebensgefahr bringt.

Sollte die Strafkammer das nun bejahen, könnten sich die Strafen verschärfen. Nach der Feststellung der Personalien der Angeklagten schloss das Landgericht auf Antrag der Opferanwältin und der Verteidiger die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus, bis das Urteil verkündet wird.

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