Wichtigster Eigentümer will sich von Puma verabschieden

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Der französische Luxuskonzern Kering will sich von der Mehrheit von 86,3 Prozent am deutschen Sportartikelhersteller Puma trennen. Kering-Chef François-Henri Pinault bleibt für PUMA aber wichtig: Denn die Holdinggesellschaft seiner Familie, Artémis, profitiert als wichtigster Kering-Aktionär ebenfalls von der Verteilung der PUMA-Anteile. "Kering könnte sich voll und ganz dem Wachstum seiner Luxushäuser widmen". Insgesamt wird das Unternehmen so mit 5,1 Milliarden Euro bewertet.

Der Puma-Verwaltungsrat begrüßte den Schritt: An der Strategie von Vorstandschef Björn Gulden, die bereits erste Ergebnisse gezeigt habe, ändere sich nichts. Der Umsatz soll nun währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro steigen. "Das ist das Beste, was uns hätte passieren können", hieß es in Unternehmenskreisen. Kering und dessen wiederum größter Anteilseigner Artémis würden starke Partner bleiben. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der übermächtigen Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert.

Zu Kering gehören neben Puma Luxusmarken wie Gucci, Yves Saint Laurent oder Brioni. Inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt.

Auch strategische Investoren wie das amerikanische Mode- undSportunternehmen VF Corp. mit den Marken North Face, Timberland, Lee, Wrangler und Nautica wurden als potentielle Käufer genannt.

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Euro - fast doppelt so viel wie 2016. Das Unternehmen selbst würde damit nur rund 16 Prozent an der Sportmarke behalten. "Wir haben eine gute Grundlage für eine rosige Zukunft von Puma gelegt". Die Kering-Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung am 26. April 2018 über den Vorschlag abstimmen. Ein Verkauf an Puma steht aber nicht zur Diskussion. Die Hoffnung auf ein lukratives Übernahmeangebot ist mit der Abspaltung zunächst zerstoben. Die Aktie des Sportartikelherstellers brach nach der Mitteilung ein, sie schloss mit einem Minus von etwa 4,4 Prozent.

Gerüchte über einen Verkauf oder eine Abspaltung hatten schon länger die Runde gemacht. Damit ist Puma an der Börse wieder so viel wert wie die Franzosen gezahlt hatten.

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